Samstag, 19. Oktober 2013

1,8 Millionen Jahre alter Schädel stellt Menschheitsgeschichte auf den Kopf






Mehrere Arten von Urmenschen bevölkerten früher die Erde. Einige starben aus, andere entwickelten sich zu neuen Arten weiter. Diese bislang geltende These stellt nun eine Gruppe von Anthropologen auf den Kopf und führt interessante Beweise dafür an.
Als erster Urmensch bevölkerte vor ungefähr zwei Millionen Jahren der Homo rudolfensis die Savannen und Buschlandschaften Afrikas. Benannt nach dem ersten Fundort am Rudolf-See (heute: Turkana-See) in Kenia, gilt er als die urtümlichste Art der Gattung homo, die sich aus dem älteren Australopithecus entwickelte. Dieser „südliche Affe“ (so die deutsche Übersetzung) zählte noch zu den Menschenaffen.

Dem Homo rudolfensis folgte der Homo habilis (der begabte oder auch geschickte Mensch), der schon recht ausgefeilte Steinwerkzeuge nutzte. Vor 1,9 Millionen Jahren trat dann noch der Homo erectus auf den Plan, also der aufgerichtete Mensch. Er kannte das Feuer und nutzte die Jagd als Element seiner Nahrungsversorgung. Aus ihm, so die Hypothese der Anthropologen, gingen der moderne Mensch(Homo Sapiens) sowie als Seitenzweig der Neanderthaler hervor.

Die Verwandtschaftsbeziehungen dieser Arten untereinander sowie zu weiteren Arten der Hominiden sind indes unklar und unter den Forschern umstritten. Stets aber galt als gesichert, dass es sich um eigenständige Arten von Urmenschen handelt. Nun stellt eine neue Studie einer internationalen Anthropologengruppe um Dawit Lortkipanidze vom georgischen Nationalmuseum in Tiflis diese Sichtweise in Frage.

Analyse 1,81 Millionen Jahre alter Knochen

Die Analyse gründet sich auf Fossilien, die Ausgräber an der bekannten Fundstätte Dmanissi in Südgeorgien entdeckten. Dort fördern Forscher schon lange versteinerte Relikte von Menschen und Tieren zutage. Darunter fanden sich auch die Schädel von vier Urmenschen, die zusammen mit weiteren Menschen- und Tierknochen sowie Steinwerkzeugen im Boden lagen. Das Alter der Fundschicht datierten Experten auf 1,81 Millionen Jahre. Im Jahr 2005 tauchte ein weiterer Schädel auf, der ungewöhnlich gut erhalten war. Den zugehörigen Kiefer hatten die Ausgräber bereits fünf Jahre früher geborgen. Zusammen ergaben sie das bislang mächtigste an dieser Stelle gefundene Schädelfossil. Deshalb vermuten die Forscher, dass „Schädel 5“ einem Mann gehörte. Bald darauf begannen Lortkipanidze und seine Kollegen, den Fund zu analysieren. Das Ergebnis legen sie jetzt im Wissenschaftsjournal „Science“ dar.
Wie sich zeigte, vereint Schädel 5 ein geringes Hirnvolumen von gerade 546 Kubikzentimetern (moderner Mensch: ca. 1360 Kubikzentimeter) mit einem relativ langen und großen Gesicht sowie großen Zähnen. Mit diesen Merkmalen unterscheidet er sich von den Schädeln anderer Homo-Arten. Offenbar hatte dieser Frühmensch ein kleines Denkorgan, während seine Körpergröße und die Proportionen der Gliedmaßen denen des modernen Menschen glichen. Zwar ist die Ausgrabung am Fundort noch längst nicht vollständig, doch schon jetzt ermöglichen die entdeckten Fossilien den Forschern, die Eigenschaften dieser verschiedenen Urmenschen, die zur selben Zeit und im gleichen geographischen Gebiet gelebt haben, zu vergleichen, aber auch Unterschiede festzustellen.
Anthropologie, Menschheitsgeschichte, UrmenschenDonnerstag, 17.10.2013, 21:00 · von FOCUS-Redakteur Michael Odenwaldt

Dienstag, 15. Oktober 2013

GRIECHISCHE WEISHEITEN

Griechische Weisheiten

Was die alten Griechen schon so alles wussten und sagten:

Heureka! - Ich hab's gefunden!
rief nach einer Überlieferung Archimedes aus, als er das Gesetz des spezifischen Gewichts entdeckte

Aristoteles 384-322

Ohne Freunde möchte niemand leben, auch wenn er alle übrigen Güter besäße.

Das Denken für sich allein bewegt nichts, sondern nur das auf einen Zweck gerichtete und praktische Denken.

Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.

So notwendig wie die Freundschaft ist nichts im Leben.

Wenn ein Mensch behauptet, mit Geld lasse sich alles erreichen,
darf man sicher sein, daß er nie welches gehabt hat.
Erfahrung ist der Anfang aller Kunst und jedes Wissens.

Angenehm ist am Gegenwärtigen die Tätigkeit, am Künftigen die Hoffnung und
am Vergangenen die Erinnerung. Am angenehmsten und in gleichem Maße
liebenswert ist das Tätigsein.

Ändert sich der Zustand der Seele, so ändert dies zugleich auch das
Aussehen des Körpers und umgekehrt: ändert sich das Aussehen des Körpers,
so ändert dies zugleich auch den Zustand der Seele.

Wir sollten das Leben verlassen wie ein Bankett: weder durstig noch betrunken.

Kluge Leute lernen auch von ihren Feinden.

Was man lernen muß, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut.

Demokrit 460-370

Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus.

Des Vaters Selbstbeherrschung ist der beste Unterricht für seine Kinder.

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Es werden mehr Menschen durch Übung tüchtig als durch ihre ursprüngliche Anlage.

Die Geizigen sind den Bienen zu vergleichen: sie arbeiten, als ob sie ewig leben würden.

Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.

Heraklit 540-480

Wenn du die Wahrheit suchst, sei offen für das Unerwartete, denn es ist schwer zu finden und verwirrend, wenn du es findest.

Pantha rhei. - Alles fließt.

Vielwisserei lehrt nicht, Vernunft zu haben.

Viel Wissen bedeutet noch nicht Verstand.

Den Namen des Rechtes würde man nicht kennen, wenn es das Unrecht nicht gäbe.

Das Wesen der Dinge hat die Angewohnheit, sich zu verbergen.

Dem, was ich geschaut, gehört, gelernt habe, gebe ich den Vorrang.

Vernünftige Einsicht zu haben, ist die größte Tugend, und Weisheit ist es, Wahres zu reden und gemäß der Natur zu handeln, indem man auf sie hört.

Die Natur führt das Männliche mit dem Weiblichen zusammen und knüpft so den allerersten Bund durch die entgegengesetzen Naturen.

Alle Menschen haben die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen und vernünftig zu denken.

Sokrates 470-399 v. Chr.

Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.
oder Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Alle Autorität, die ich besitze, beruht einzig darauf, dass ich weiß, was ich nicht weiß.

Nur der ist weise, der weiß, dass er es nicht ist.

Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen.

Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf.

Wenn wir all unser Unglück auf einen gemeinsamen Haufen legten und dann jeder davon einen gleich großen Teil wieder an sich nehmen müßte, so würden die meisten Menschen zufrieden ihr eigenes Unglück zurücknehmen und davongehen.

Wir leben nicht, um zu essen; wir essen um zu leben.

Wen das Wort nicht schlägt, den schlägt auch der Stock nicht.

Niemand kennt den Tod; es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.

Dennoch wird er gefürchtet, als wäre es gewiss, dass er das schlimmste aller Übel sei.

Je weniger einer braucht, desto mehr nähert er sich den Göttern, die gar nichts brauchen.

Platon (* Athen 427 v. Chr., † ebenda 348/347 v. Chr.)

... Liebe ist die Sehnsucht nach der Ganzheit, und das Streben nach der Ganzheit wird Liebe genannt.

Sich selbst zu kennen, ist die erste aller Wissenschaften.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Dumme Sprüche

Wusstest du,......
dass es unmöglich ist deinen eigenen Ellbogen zu lecken?
Dass wenn du zu fest niest, du dir eine Rippe brechen kannst?
...Und wenn du versuchst das Niesen zu unterdrücken, dass ein Blutgefäß im Kopf oder Hals reißen könnte und du sterben würdest?
...Und wenn du versuchst, während des Niesens die Augen offen zu halten, dass sie heraus gedrückt werden können?
Dass es für Schweine körperlich unmöglich ist in den Himmel hinauf zu sehen?
Dass 50% der Weltbevölkerung nie ein Telefonanruf gemacht oder erhalten hat?
Dass das Feuerzeug vor dem Streichholz erfunden wurde?
Dass das Quaken der Ente kein Echo erzeugt und niemand weiß warum?
Dass weltweit 23% aller Fotokopiererschäden von Leuten erzeugt werden, die darauf sitzen um ihren Hintern zu kopieren?
Dass du in deinem ganzen Leben, während dem Schlafen ungefähr 70 Insekten und 10 Spinnen essen wirst? (Mmmmh!)
Dass Urin unter dem Schwarz Licht leuchtet?
Dass genau wie Fingerabdrücke, Zungenabdrücke einmalig sind?
Dass über 75% aller Menschen, die dies hier lesen, versuchen werden, ihren Ellbogen zu lecken?
Es geht wirklich nicht!
Und hier noch was:
Wenn Du 8 Jahre, 7 Monate und 6 Tage schreien würdest, hättest du genug Energie produziert um eine Tasse Kaffee zu erwärmen. #
(Ob sich das lohnt?)
Der Orgasmus eines Schweines dauert 30 Minuten.
(In meinem nächsten Leben wäre ich gerne ein Schwein)
Wenn du deinen Kopf gegen die Wand schlägst, verbrauchst du 150 Kalorien.
(Ich muss immer noch an das Schwein denken)

Eine Kakerlake kann 9 Tage ohne Kopf überleben bevor sie verhungert.
(Entsetzlich, grausam, pfui)
Einige Löwen paaren sich bis zu 50-mal am Tag.
(Ich wäre trotzdem lieber ein Schwein. Qualität geht über Quantität)
Schmetterlinge lecken an ihren Füßen.
(Das musste mal gesagt werden, interessant)

Elefanten sind die einzigen Tiere, die nicht springen können......

(Ist wohl auch besser so)

Der Urin einer Katze phosphoresziert im Dunkeln.

(Wen bezahlt man eigentlich, um so etwas zu erforschen)

Das Auge eines Straußes ist größer als sein Gehirn.

(Ich kenne Frauen, bei denen ist das nicht anders)

Seesterne haben kein Gehirn.

(Auch solche Frauen kenne ich)
Polarbären sind Linkshänder.
(Na und??)
Menschen und Delphine sind die einzigen Lebewesen, die wegen der Freude Sex haben.
(Hey! Was ist mit dem Schwein???)

Und noch was:
Was ist der Unterschied zwischen
einer 5-jährigen
einer 15-jährigen
einer 25-jährigen und
einer 35-jährigen?
Die 5-jährige bringt man ins Bett und erzählt ihr ein Märchen.
Der 15-jährigen erzählt man ein Märchen, um sie ins Bett zu kriegen
Die 25jährige ist ein Märchen im Bett
Und die 35-jährige sagt "Erzähl keine Märchen und komm ins Bett!"
Welche grammatikalische Zeit ist: "Du hättest nicht geboren werden sollen"?
Präservativ defekt!
Und der letzte Weg, Leuten auf die Nerven zu gehen:
                                                                         Quelle:www.suffbilder.com

FRAGEN, DIE KEINE ANTWORT KENNEN

Gibt es eingefleischte Vegetarier?
Was fühlt ein Schmetterling im Bauch, wenn er verliebt ist?
Was soll das Verfallsdatum auf saurer Sahne?
Was passiert, nachdem man sich 2 Mal halbtot gelacht hat?
Was zählen Schafe, wenn sie einschlafen wollen?
Gibt es in einer Teefabrik Kaffeepausen?
Warum nennt man einen Mann, der Frauen schmutzige Sachen sagt, einen Sexist, während eine Frau, die Männern schmutzige Sachen sagt, drei Mark pro Minute kriegt?
Warum trägt ein Kamikazepilot einen Helm?
Warum gibt es Whiskas-Huhn, -Fisch und -Rind, aber kein Whiskas-Maus?
Wenn ein Schizophrener mit Selbstmord droht - ist das dann eine Geiselnahme?
Warum werden Zigaretten an Tankstellen verkauft, wo das Rauchen verboten ist?
Wenn Autofahren verboten ist, nachdem man etwas getrunken hat, warum haben Bars und Kneipen Parkplätze?
Wenn nichts an Teflon kleben bleibt, wie wird Teflon an der Pfanne festgemacht?
Wie heißen die harten Plastikenden an den Schnürsenkeln?
Wenn ein Laden 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr geöffnet hat, warum hat er dann ein Schloss in der Tür?
Wenn eine Fliege an der Zimmerdecke landet, macht sie dann einen Looping oder eine Drehung um ihre Längsachse?
Wenn man einen Schlumpf würgt, welche Farbe bekommt er dann?
Wie kommen die "Rasen betreten verboten" - Schilder in die Mitte des Rasens?
Haben Analphabeten genau so viel Spaß mit einer Buchstabensuppe?
Als der Mensch entdeckte, dass Kühe Milch geben - was tat er dann gerade?
Falls ein Wort falsch geschrieben im Wörterbuch steht, werden wir das je erfahren?
Warum "Abkürzung" so ein langes Wort ist?
Wie merkt man, dass unsichtbare Tinte aus ist?
Warum hat Noah die zwei Stechmücken nicht erschlagen?
Wenn Hasenpfoten Glück bringen, hat der Hase dann auch Glück gehabt?
Ein Butterbrot landet immer auf der Butterseite. Eine Katze landet immer auf den Pfoten.
Was passiert, wenn man einer Katze Butter auf den Rücken schmiert?

Wenn der Mensch eine Weiterentwicklung des Affen ist, warum gibt's dann noch Affen?
Wie sorgt man dafür, dass Rehe tatsächlich bei den Verkehrszeichen die Straße überqueren?
Warum schrumpfen Schafe nicht wenn es regnet?
Warum muss der Deckel von einem Sarg zugenagelt werden?
Warum hat ein Friedhof ein Tor, wenn doch die, die draußen sind, eigentlich nicht rein wollen und die, die drin sind, nicht raus können?
Schwimmt eine Ente mit nur einer Pfote im Kreis?
Wenn Dich ein Taxichauffeur im Rückwärtsgang nach Hause bringt, muss er dann Dir was bezahlen?

Das Leben des Brian-Monty Python

Dieses sind alle Dialoge, die im Monty Python Film "Das Leben des Brian"
zuhören waren. Zum Teil ist es schwierig die Laute die die Charakter von sich
geben zu Papier zu bringen (bzw. zu schreiben). Da gibt es -mn's und öhh's.
Außerdem gibt es Dialoge von Personen die sich überschneiden und es gibt
Sätze, die alle gleichzeitig sagen. Ich habe versucht, das mit "---" auszu-
drücken. Auf das Gesten-Beschreiben habe ich verzichtet, weil dass wohl etwas
kompliziert gewesen wäre (und es hätte auch den Umfang gesprengt).  Besonders
die Dialoge von Pilatus und von Schwanzus Longus kann man nicht perfekt
schreiben. Das Lispeln Schwanzus Longus' habe ich mit Tieäitsch ausgedrückt.
Die ch's des Pilatus hören sich dann so an wie bei "ich" oder "sich".



1.Szene: Kuhstall in Bethlehem. Zwei Uhr morgens
         Charakter: Brian, Mutter, Kaspar, Balthasar, Melchior, ein paar Viecher

-Huch! Wer seid ihr?
-Wir sind die heiligen drei Könige.
-Waas?
-Wir sind drei Weise aus dem Morgenland.
-Und dann schleicht ihr morgens um zwei in einem Kuhstall herum als hättet
 ihr nichts besseres zu tun? Was soll denn daran weise sein?
-Wir sind Astrologen.
-Wir kommen aus dem Osten
-Jungs, wollt ihr mich vielleicht verarschen?
-Wir kommen um das Kindlein zu preisen.
-Wir wollen ihm in dieser heiligen Nacht huldigen.
-Was, huldigen? Ihr seid wohl besoffen. Das ist ja ekelhaft. Raus mit euch!
 Raus, raus!
-Nein.
-Hier reinzuplatzen mit eurem Gequatsche über orientalische Wahrsager. Ver-
 schwindet!
-Edle Jungfrau...
-Verschwindet und preist irgendein anderes Göhr.
-Wir folgten einem Stern.
-Sternhagelvoll seid ihr. Verpisst Euch.
-Nein wir müssen ihn sehen. Wir haben Geschenke mitgebracht.
-Waas?
-Gold, Weihrauch und Mhyrre.
-Soo? Das hätten sie aber auch gleich sagen können. Er liegt da drüben.
 Entschuldigen sie aber ich bin noch nicht zum Aufräumen gekommen. Sagen sie,
 mal, was ist denn Mhyrre für ein Zeug?
-Das ist ein wertvoller Balsam.
-Ein Balsam? Ich will nicht hoffen, dass das was ansteckendes ist, euer Balsam.
-Was?
-Keuchhusten und Masern kenn ich aber Balsam klingt gefährlich.
-Das ist es nicht.
-Ich hörte von Bazillen die Fühler haben und beissen.
-Nein nein nein. Es ist eine Salbe.
-Ich glaube ich habe von so'ner Krankheit gehört. Oder habe ich das nur
 geträumt? So. Ihr seid also Astrologen, wie? Also was ist er?
-Hmm?
-Was für'n Tierkreiszeichen er ist.
--mn, Steinbock
-Aha. Steinbock. Ahmmm. Wie sind die so?
-Oh, er ist der Sohn Gottes. Unser Messias
-König der Juden.
-Sind alle Steinböcke Könige?
-Nein nein nein nein. Das ist nur er.
-Achso. Ich meinte ja nur, weil es jede Menge Steinböcke gibt.
-Welchen Namen soll er einmal tragen?
--hh. Brian.
---Wir beten dich an, oh Brian, der du der Herr über uns alle bist. Gelobet
    seiest du, Brian, und der gütige Herr unser Vater. Amen.
-Macht ihr so was öfter?
-Was?
-Na dieses Preisen.
-Nein nein.
-Na gut. Wenn sie mal wieder hier in der Gegend sind, können sie ja auf'n
 Sprung vorbeikommen. Und vielen Dank für das Gold und den Weihrauch, ja?
 Aber dieses Mhyrre Zeug das könnt ihr Euch das nächste mal in die Haare
 schmieren.
 Also Shalom dann. Tschüß. Servus. Ciao.
 Wer sagst denn? Die waren doch ganz nett, die Jungs. Total bescheuert, aber
 naja... trotzdem. Sieh dir das nur an... ahh.
 Hey! Hey! Geschenkt ist geschenkt. Wiederholen ist gestohlen.
 Au.
 Halt die Backen!
2.Szene: Judäa 33 n.Chr. Ölberg. Samstag Nachmittag. Zur Tee Zeit. Jede Menge
         Leute.
         Charakter: Rübennase, dessen Frau, Brian, dessen Mutter, Streithals
                    einige Zuhörer, Jesus

    Selig sind die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind
    die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen,
    denn sie werden das Land zu besitz erhalten. Selig die hungern und dürsten
    nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden. Selig die Barmherzigen,
    denn sie werden Barmherzigkeit erlangen...

-Lauter!
-Sei still, Mama.
-Was heißt still? Ich kann nichts hören. Lass uns zu der Steinigung gehen.
-Sssscht.
-Zu der Steinigung kannst du jeden Tag gehen.
-Ach komm schon, Brian.
-Können sie jetzt wohl mal ruhig sein.
-Wirst du wohl mit der Popelei aufhören?
-Ich hab nicht gepopelt ich habe mich nur gekratzt.
-Du hast gepopelt als du mit dieser Dame da drüben gesprochen hast.
-Nein, hab ich nicht.
-Du sollst nicht immer widersprechen.
-Hören sie mal, ich kann kein Wort von dem verstehen was der sagt.
-Ich möchte sie doch sehr bitten sich nicht einzumischen. Ich habe mit
 meinem Mann gesprochen.
-Dann reden sie woanders mit ihm. Ich kann verdammtnochmal nicht ein Wort
 verstehen.
-Fluchen sie meine Frau nicht an, ja?
-Ich hab ihr nur gesagt, sie soll ihren Mund halten, damit ich den Mann
 da verstehe, Rübennase.
-Ohh. Unterstehen sie sich meinen Mann "Rübennase" zu nennen.
-Wieso, er hat doch 'ne Rübennase.
-Darf ich um Ruhe bitten. Was hat er gesagt?
-Ich weiß nicht. Ich habe gerade mit Rübennase geredet.
-Ich glaube, er sagte: "Gepriesen sind die Skifahrer."
-Was um alles in der Welt ist so besonderes an Skifahrern?
-Ich glaube, es ist mehr als Gleichnis zu sehen. Weißt du meine Liebe,
 es bezieht sich auf die ganze Wintersportindustrie.
-Siehst du, jetzt habe ich wieder nur die Hälfte mitbekommen, Rübennase.
-Hey. Wenn du das noch mal sagst, schlage ich dir deine blöde Fresse ein.
-Ach...
-Hör lieber weiter zu. Vielleicht kommt noch die Stelle: "Gesegnet sind
 die Rübennasen."
-Nun lass ihn doch in Ruhe.
-Na, du hast aber auch 'n ganz schönen Erker im Gesicht. Woher kommt
 ihr beiden? Aus Rübennasenhausen?
-Noch ein verdammtes Wort, Freundchen und ich schlag deinen verfluchten
 Schädel in Stücke.
-Du sollst nicht fluchen. Und bohr nicht wieder in der Nase.
-Hier. Ich wollte nicht in der Nase bohren, ich wollte ihn vermöbeln.
-Habt ihr das gehört? Gepriesen sind die Griechen.
-Die Griechen?
-Hmm. Wahrscheinlich hat er bei denen noch 'ne Rechnung offen.
-Hat jemand seinen Namen mitgekriegt?
-Du wirst hier niemanden vermöbeln.
-Ich werd' ihn vermöbeln, wenn er mich noch einmal Rübennase nennt.
-Ach halt die Klappe, Rübennase.
-Gut. Ich habe dich gewarnt. Siehst du diesen Arm hier? Der wird dich in
 die Erde stampfen.
-Ohh! Er meinte die Siechen. Ich weiß: gepriesen sein die Siechen. Ohhh
 find ich das allerliebst. Bin ich froh, dass die jetzt endlich was zu tun
 haben, die alten Siechen.
-Hör mal, ich sage hier nur die Wahrheit. Du hast doch wirklich 'ne
 Rübennase.
-Hey. Deine Nase wird so breit sein, dass sie von einem Ohr zum anderen
 reicht, wenn ich mit dir fertig bin.
-Scht!
-Dir hat wohl Goliaths großer Bruder auf die Rübe gehau'n...
-So. Das reicht. Die letzte Warnung.
-So. Nun sein sie aber mal still...
-Ach komm. Jetzt lass uns aber zur Steinigung gehen.
-Na gut.
-Nun, äh. Religion ist glaube ich der Katalysator zwischen den
 sublimierten Interessen und dem Status Quo, wenn du mich fragst, Rech.
-Ja, aber was Jesus so erbärmlich leichtsinnig übersieht ist, dass
 die Siechen andererseits ja auch das Problem sind.
-Ja absolut richtig. Da hast du vollkommen recht.
-Los komm Brian. Sonst haben die ihn gesteinigt, bevor wir da sind.
-Ja gut.
-Sie hat... sie hat angefangen.
-Kommt. Hört jetzt auf. Kommt auseinander.
-Ich weiß es ganz genau. Sie hat angefangen.
-Halt den Mund.
-Ja... ich...
-Uhh! Ich hasse diesen Bart.
-Warum dürfen Frauen nicht zu den Steinigungen gehen, Mama?
-Weil es geschrieben steht. Deswegen.
-Ou. Einen Bart, Madame?
-Hach sie sehen doch, ich hab keine Zeit, zur Steinigung zu gehen. Er hat
 sich wieder an irgendwas den Magen verdorben.
-Steine, der Herr?
-Nein! Wir haben ja da oben auf dem Berg genug rumzuliegen.
-Nicht so frische wie diese hier. Sehen sie sich das mal an. Fühlen sie die
 Qualität. Das ist Handwerkskunst.
--hm. Naja gut. Dann nehmen wir zwei mit Spitzen... ähhh, und einen großen
 Flachen.
-Kann ich einen Flachen haben Mama?
-Pscht!
-Entschuldige: Vati.
--hh. Also dann zwei Spitze und dazu zwei Flache und eine Packet Kies.
-Und ein Packet Kies. Müsste eine lustige Steinigung werden.
-Ja.
-Ist ein Einheimischer.
-Prima.
-Und viel Spass, die Herrschaften.
3.Szene: Steinigungshügel. Jede Menge Frauen mit Bart.
         Charakter: Matthias, Steinigungsmeister, Wachen, Frauen.

-Matthias, Sohn des Dagronominus Gasa?
-Was muss ich sagen? Ja?
-Ja.
-Ja.
-Du wurdest für schuldig befunden durch den Ältestenrat unserer Stadt, den
 Namen unseres allmächtigen Herrn geschmäht zu haben. Du lästertest Gott auf
 unglaublich infame Weise.
---Uhhhh!
-Und wirst somit zu Tode gesteinigt.
---Jajaja.
-Hören sie. Wir hatten ein wundervolles Abendessen und ich habe nur zu meiner
 Frau gesagt, dieses Stück Heilbutt wäre grad gut genug für Jehova gewesen.
-Ohh! Blasphemie! Er wiederholt seine Sünde.
---Ja.
-Habt ihr es gehört.
---Ja, wir haben es gehört.
-Ja wir haben es...
-Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?
---Nein...
-Nunwohldann. Ich verkünde nun, Kraft des mir verliehenen Amtes, dass der hier
 anwesende...
-Autsch! Wir haben doch noch gar nicht angefangen.
-Wer war das? Wer warf den Stein? Wer hat ihn geworfen? Ich will es wissen.
---Sie hat, sie hat. Er hat, er hat
-Verzeihung. Ich dachte wir hätten schon angefangen.
-Abmarsch nach hinten.
-Pööö.
-Einer tanzt immer aus der Reihe. Also, wo waren wir?
-Hören sie. Ich weiß nicht, was daran Blasphemie sein soll, wenn man nur
 Jehova sagt.
---Ahh.
-Du machst alles nur noch schlimmer für dich, Elender.
-NOCH schlimmer? Was kann denn noch schlimmer sein, hä? Jehova! Jehova! Jehova!
-Ich warne dich, Schändlicher. Wenn du noch einmal Jehova in den Mund nimmst...
 Das reicht wer hat ihn geschmissen.
-Hahaha!
-Wirds bald, wer hat ihn geschmissen.
---Sie, sie... er, er.
-Warst du es?
-Ja.
-Alsodann...
-Sie haben Jehova gesagt.
---Ahhhh!
-Aufhören. Aufhören. Schluss jetzt. Ich sage aus. Alles herhören: niemand hat
 irgendjemanden zu steinigen, bevor ich nicht diese Pfeife geblasen habe.
 Habt ihr verstanden? Selbst wenn, und ich möchte, dass das absolut klar ist,
 selbst wenn irgendjemand Jehova sagt. ...
---Ahhh!
-Guter Wurf.
4.Szene: Brian und seine Mutter gehen nach Hause.
         Charakter: Brian, Mutter Kohn, Ex-Leprakranker

-Habe ich eigentlich eine große Nase, Mama?
-Hör endlich auf immer nur an Sex zu denken.
-Hab ich doch gar nicht.
-Du hast nichts anderes im Kopf. Morgens, mittags und abends. Mögen die Mädchen
 dies, mögen die Mädchen das? Findest du ihn zu groß findest du ihn zu klein.
-Almosen für einen Leprakranken.
-Almosen für einen Leprakranken.
-Almosen für einen Ex-Leprakranken. Immer dasselbe mit diesen Eselzüchtern.
 Nie haben die Kleingeld. Oh. Die kann ich anhauen...
 Spenden sie einen Talent für einen Ex-Leprakranken?
-Schwirr ab.
-Spenden sie einen Talent für einen alten Ex-Leprakranken?
-Ein Talent? Das ist mehr als der Junge in einem Monat verdient.
-Dann ein halbes Talent.
-Zieh Leine.
-Lassen sie uns feilschen. Na los Krummnase...
-Was?
-Gut, ohne feilschen. Sagen wir, du hast mit einem Schekel eröffnet
 Ich habe mit zweitausend angefangen...
-Verschwinde.
-dann würden wir uns bei 1800 treffen.
-Nein.
-Siebzehnfünfzig?
-Verschwinde!
-Siebzehnvierzig?
-Du lässt den Jungen jetzt zufrieden!
-Also gut. Zwei Schekel. Nur zwei. Macht doch Spaß, oder?
-Hör zu. Er wird dir kein Geld geben, verstanden? Und jetzt verpiss dich!
-Okay Sir. Mein letztes Angebot. Ein halben für einen Ex-Leprakranken.
-Sagst du: "Ex-Leprakranker?"
-Ganz recht, Sir. Sechzehn Jahre hinter der Glocke und mächtig stolz darauf,
 Sir.
-Und was ist passiert?
-Ich wurde geheilt, Sir.
-Geheilt?
-Ja. Ich war ein verdammtes Wunder, Sir. Gott segne sie.
-Wer hat dich geheilt?
-Jesus war's Sir. Ich komm da meines Weges gehüpft, grüble über dies und das,
 ja und auf einmal kommt er angesaust und heilt mich. Eben noch ein Lepra-
 kranker mit einem Gewerbe, im nächsten Moment war ich arbeitslos. Er hat
 mich nicht mal gefragt, ob er darf. Er sagte nur: "Du bist geheilt, Kumpel".
 Verdammter Wohltäter.
-Nun, warum gehst du dann nicht zu ihm, und sagst ihm, dass du wieder Lepra
 haben willst?
-Ja, das könnte ich natürlich tun, Sir. Ja. Ich schätze das ginge schon
 klar. Ich denke mir aber, dass es vielleicht besser wäre, wenn er... wenn er
 mir einmal in der Woche ein lahmes Bein verschafft. Also was womit man
 betteln kann, aber nicht gerade Lepra. Die ist wie die Pest am Arsch, um
 offen zu sein. Entschuldigen sie bitte, Sir.
-Brian! Komm jetzt und mach dein Zimmer sauber!
-Da, bitte.
-Danke, Sir. Danke. Was? Ein halber Dinar für meine ganze verdammte Lebensgeschichte?
-Manchen kann man es wohl nie recht machen.
-Genau was Jesus gesagt hat... hähä.



5.Szene: Im Haus der Kohns.
         Charakter: Brian, Mutter Kohn, ein Römer

-Ohh.
-Schönen guten Tag.
-Oh. Hallo Herr Hauptmann. Ich komme gleich zu ihnen, einen Moment bitte, ja?
-Was will der Kerl hier?
-Nun fang nicht Damit an, Brian. Geh und mach dein Zimmer sauber.
-Scheiß Römer.
-Sieh mal Brian: wenn DIE nicht gewesen wären, hätten wir dann all das hier?
 Das darfst du niemals vergessen.
-Wir schulden den Römern nicht das geringste.
-Naja... das ist nur die halbe Wahrheit, verstehst du, Brian.
-Was meinst du damit?
-Nun ja. Du weißt, du hast mich ja schon öfter gefragt, nach ähh...
-...meiner Nase?
-Ja. Weißt du, es gibt einen Grund dafür, warum sie so ist, Brian.
-Sag ihn mir.
-Nunja. Ich glaube, es wäre besser gewesen, ich hätte es dir schon längst gesagt
 aber...
-Was?
-Also Brian: dein Vater ist nicht Schmul Kohn.
-Das habe ich auch nie geglaubt.
-Erlaube dir keine Frechheiten. Es war ein Römer, Brian. Er war Zenturio in der
 Römischen Armee.
-Du meinst, du bist vergewaltigt worden?
-Naja. Zuerst schon.
-Wer war es?
-Nixus Minimax war sein Name. Hmmm. Er versprach mir die ganze bekannte Welt. Er
 wollte mich mitnehmen, nach Rom. Ein Haus am Forum, Sklaven, Eselsmilch. Soviel
 Gold wie ich nur essen könnte. Und dann: nachdem er es mit mir getrieben hatte:
 Wumm. Wie eine Ratte aus einem Aqädukt.
-Dieser Mistkerl.
-Ja. Also wenn Du mir das nächste mal wieder mit "Scheiß Römer" kommst, mein
 Sohn, vergiss nicht: du bist einer von ihnen.
-Ich bin kein Römer, Mama! Und ich werde niemals einer sein. Ich bin ein Jude.
 Sohn Israels. Ein Hebräer, eine Hakennase. Ich bin Koscher, Mama. Ich bin ein
 Rotes-Meer-Jogger. Und ich bin stolz darauf.
-Pöh. Sex, Sex, Sex. Das ist alles woran sie denken. Na? Wie geht's uns denn,
 Herr Hauptmann?
6.Szene: Das Collosseum, Jerusalem: "Childrens Matinee". Viele Menschen.
         Charakter: Ansager, Brian, Judith, Rech, Francis, Stan/Loretta und
                    der "Menschenstückenwegtrager"

Meine Damen und Herren. Der nächste Wettbewerb wird ausgetragen zwischen Drusus
dem Friedfertigen und... der mazedonischen Daumenschraube Boris Feinbrandt.
-Eine Tüte für sie. Danke gnädige Frau. Lerchenzungen! Zaunköniglebern! Buch-
 finkenhirne! Gefüllte Jaguarohrläppchen! Wolfzitzenschips! Greifen sie zu,
 solange sie noch heiß sind. Hier gibt es die feinen gesalzenen Lerchenzungen,
 Zaunköniglebern...
-Ich muss dir sagen, Rech. Jede antiimperialistische Gruppe wie die unsere
muss
 eine solche Interessendivergenz innerhalb ihrer Machtbasis reflektieren.
-Einverstanden. Francis?
-Ja. Ich glaube Judiths Gesichtspunkt ist sehr Stichhaltig. Vorausgesetzt,
 die Bewegung vergisst niemals, dass es das unveräußerliche Recht eines jeden
 Mannes ist...
-Oder Frau...
-...oder Frau, dass er sich selbst verachtet.
-Oder sie sich selbst...
-...oder sie sich selbst.
-Einverstanden.
-Danke Bruder.
-Oder Schwester...
-...oder Schwester. -hhh. Wo war ich?
-Ich glaube, du warst fertig.
-Oh. Richtig.
-Darüberhinaus ist es das Geburtsrecht eines jeden Mannes..
-Oder Frau...
-Warum hörst du nicht endlich mit den Frauen auf? So kommen wir zu keinem
 Ende.
-Die Frauen haben ein natürliche Recht, in unserer Bewegung eine Rolle zu
 spielen.
-Warum redest du nur pausenlos über Frauen, Stan?
-Weil ich eine sein möchte...
-Was?
-Ich möchte eine Frau sein. Ich möchte, dass ihr... dass ihr mich von jetzt an
 Loretta nennt.
-Was?
-Das ist mein Recht als Mann.
-Ja, aber warum möchtest du Loretta sein, Stan?
-Weil ich Babys haben möchte.
-Was möchtest du haben? Babys???
-Jeder Mann hat das Recht, Babys zu haben, wenn er sie haben will.
-Aber, aber du kannst keine Babys haben.
-Unterdrücke mich bitte nicht.
-Ich unterdrücke dich überhaupt nicht, Stan. Aber du hast keine Mumu. Eine
 Gebärmutter hast du auch nicht. Wie soll denn das funktionieren? Willst
 du's in 'ner Zigarrenkiste aufheben?
-Warte. Ich habe eine Idee: Nehmen wir an, dass ihr euch darauf einigt, dass er
 keine Babys bekommen kann, weil er keine Gebährmutter hat, woran niemand
 schuld ist, nicht mal die Römer, aber dass er das absolute Recht hat Babys zu
 bekommen.
-Gute Idee, Judith. Wir kämpfen gegen die Unterdrücker, für dein Recht Babys
 zu haben, Bruder. -hh. Verzeihung. Schwester.
-Das ist doch aber sinnlos.
-Was?
-Es ist vollkommener Blödsinn, für sein Recht, Babys zu bekommen zu kämpfen
 wenn er keine Babys bekommen kann.
-Es ist ähm, symbolisch. Für unsere Ringen gegen die Unterdrückung.
-Symbolisch für sein Ringen gegen die Realität.
Raus mit dir! Raus mit dir!
-Lerchenzungen! Otternnasen! Ozelothmilch!
-Hast du Nüsse?
-Ich habe keine Nüsse. Bedaure. Ich habe Zaunköniglebern, Dachsmilch...
-Nein nein nein.
-Otternnasen?
-Ich will nichts von diesem römischen Mistfraß.
-Wieso verkaufst du nicht was für anständige Leute?
-Was? Für anständige Leute?
-Ja. Nicht diesen überflüssigen Krimskrams für Imperialisten.
-Ich kann nichts dafür. Ich habe mich nicht darum gerissen dieses Zeugs zu
 verkaufen.
-Na gut. Dann gib mir 'ne Tüte Otternnasen, ja?
-Mir auch.
-Ihm auch.
-Danke, Rech.
-Seid ihr von der Judäischen Volksfront?
-Verzieh dich!
-Was?
-Judäische Volksfront. Quatsch! Wir sind die Volksfront von Judäa! Judäische
 Volksfront.
-Schwächlinge.
-Kann ich in euerm Verein mitmachen?
-Nein. Verpiss dich.
-Ich, ich wollte dieses Zeug nicht verkaufen. Das ist nur 'n Job. Ich hasse die Römer
 genauso wie ihr!
-Psscht.
-Sagst du das auch nicht nur so?
-Oh nein. Todsicher. Ich hasse die Römer schon lange.
-Hör zu: wenn du eintreten willst, in die VVJ, dann musst die Römer wirklich
 verdammt hassen.
-Das tu ich ja.
-Oh ja? Und wie sehr?
-Wie ein Verrückter.
-Du bist aufgenommen. Hör zu. Es gibt Typen, die wir noch mehr hassen als die
 Römer: diese verfluchten Judäischen Volksfrontmistkerle.
---Oh ja... ja. Spalter
-Und diese Populäre Volksfront.
---Ja! Und wie... Spalter, Pisser.
-Und die Volksfront von Judäa!
-Genau.
-Ja! Alles Spalter.
-Was?
-Die Volksfront von Judäa. Spalter.
-Wir sind die Volksfront von Judäa.
-Ou. Ich dachte, wir wären die Populäre Front.
-Mann: Volksfront.
-Tze!
-Was ist eigentlich aus der Populären Front geworden?
-Die sitzt da drüben.
--- SPALTER !!!
Ah! Ah! Meine Bonasterose. Schlimmer als ich dachte.
 Zu lasch die Profis heutzutage.
-Sehr gut. Bravo! Hahaha!
-Hahaha!
-Wie ist dein Name?
-Brian. Brian Kohn.
-Wir haben vielleicht 'n kleinen Job für dich, Brian.



7.Szene: Nacht, Palastmauer
         Charaktere: Brian, Römer

-Was haben wir denn da? Romanes eunt domus? Menschen, genannt Romanes geh in
 das Haus?
-Es soll heißen: "Römer geht nach Haus"
-Heißt es aber nicht. Was ist lateinisch für Römer? Na komm schon, komm schon.
-Romanus.
-Deklinieren.
-Anus...
-Vokativ Plural von anus ist?
-Ani.
-Ro ma ni. Eunt. Was heißt eunt?
-Geh.
-Konjugiere das Verb "gehen".
-Eo, is, it. Imus, ites, eunt.
-Also ist eunt?
-Dritte Person, plural, präsens, indikativ. Sie gehen.
-Aber "Römer geht nach Hause" ist ein Befehl. Also musst du was gebrauchen?
-Den Imperativ.
-Der lautet?
-I, i.
-Wieviel Römer?
-Plural. Ite. Ite.
-I t e domus. Nominativ. Geht nach Hause, dass ist eine Bewegung auf etwas zu,
 nicht wahr Junge?
-Ja. Dativ, Herr. Ahhh. Ah... ah... Oh oh nein nein nein nein! Ah...Ahkkusativ.
 Akkusativ! Ah...Domus, Herr. A domus.
-Und von A domus den...?
-Den Locativ, den Locativ.
-Welcher lautet?
-Domum. Ahh! Ahh!
-Dom mum. Hast du verstanden?
-Ja Herr!
-Du schreibst das jetzt hundert mal.
-Ja Herr. Vielen Dank Herr. Heil Cäsar.
-Heil Cäsar. Wenn du bis Sonnenaufgang nicht fertig bist, dann schneid ich dir
 die Eier ab.
-Danke Herr. Danke sehr Herr. Heil Cäsar und alles andere. Ahh.
-Fertig!
-Gut. Und ich rate dir: Tu's nie wieder.
Ahh! Ihr verfluchten Besatzer!



8.Szene: Planbesprechung im VVJ HQ.
         Charakter: VVJ Mitglieder. Rech, Matthias, Francis, Loretta, Judith,
                  Brian, einer der nicht freudig den Tod erlangen würde.

-Also: Wir dringen durch das unterirdische Heizungssystem ein.
 Hinauf durch ein weiteres Audienzzimmer hier und das Schlafzimmer von Pilatus'
 Frau ist... hier.
 Und wenn wir seine Frau geschnappt haben, informieren wir Pilatus, dass sie in
 unserer Gewalt ist und unterbreiten dann unverzüglich unsere Forderungen.
 Irgendwelche Fragen?
-Was genau sind unsere Forderungen?
-Wir geben Pilatus zwei Tage Zeit, um den gesamten Römisch-Imperialistischen
 Staatsapparat aufzulösen. Und wenn er nicht sofort darauf eingeht, exekutiern
 wir sie.
-Werden wir ihr den Kopf abschneiden?
-Wir schneiden ihr alles ab und schicken sie stündlich Stück für Stück zurück
 Dann wissen sie, dass wir nicht scherzen.
-Und natürlich weisen wir sie darauf hin, dass sie selbst, nur sie, die volle
 Verantwortung tragen, wenn wir sie so zerschnippeln. Und dass wir uns niemals
 irgendeiner Erpressung beugen werden.
---Wir beugen uns keiner Erpressung.
-Sie haben uns ausbluten lassen, diese Schweine. Sie haben alles genommen,
 was wir hatten. Und nicht nur von uns. Von unsern Vätern und von unserer
 Väter Väter.
-Und von unserer Väter Väter Väter.
-Ja.
-Und von unserer Väter Väter Väter Väter.
-Das reicht. Noch genauer brauchen wir es nicht.Was haben sie dafür als Gegen-
 leistung erbracht, frage ich?
-Den Aquädukt.
-Was?
-Den Aqädukt.
-Oh. Jajaja. Den haben sie uns gegeben, das ist wahr.
-Und die sanitären Einrichtungen.
-Oh ja. Die sanitären Einrichtungen. Weißt Du noch, wie es früher in der
 Stadt stank?
-Also gut ja, ich gebe zu, der Aqädukt und die sanitären Einrichtungen, das
 haben die Römer für uns getan.
-Und die schönen Straßen.
-Achja, selbstverständlich die Straßen. Das mit den Straßen versteht sich ja
 von selbst, oder? Abgesehen von den sanitären Einrichtungen, dem Aqädukt und
 den Straßen...
-Medizinische Versorgung...
-Schulwesen...
-Naja gut. Das sollte man erwähnen.
-Und der Wein...
--- Ou ja.
-Ja. Das ist wirklich etwas, was wir vermissen würden, wenn die Römer weggingen.
-Die öffentlichen Bäder...
-Und jede Frau kann es wagen Nachts die Straße zu überqueren, Rech.
-Jaha. Die können Ordnung schaffen, denn wie es hier vorher ausgesehen hat,
 davon wollen wir ja garnicht reden.
-Also gut. Mal abgesehen von sanitären Einrichtungen, der Medizin, dem Schul-
 wesen, Wein, der öffentlichen Ordnung, der Bewässerung, Straßen, der Wasser-
 aufbereitung und der allgemeinen Krankenkassen, was, frage ich euch, haben die
 Römer JE für uns getan?
-Den  Frieden gebracht...
-Aach! Frieden! Halt die Klappe.
Bonk Bonk Bonk
-Ich bin ein armer alter Mann. Mein Augenlicht ist halb erloschen, meine
 Beine sind alt und krumm...
-Alles in Ordnung, Matthias.
-Ohh! Die Luft ist rein.
-Wo ist denn Rech?
-Ohh. Rech,Rech! Es ist Judith!
-Ist was schiefgegangen?
-Unsere erste Bombe hat eingeschlagen.
-Hat er die Parole geschrieben?
-Ja. Genau einhundert mal. In drei Meter hohen Buchstaben. Die ganze
 Mauer vom Palast entlang.
-Ohh. Großartig. Großartig. Wir, wir brauchen Männer der Tat bei uns, Brian.
 Aber bevor du dich uns anschließt: es gibt nicht einen unter uns, der nicht
 freudig den Tot erleiden würde, um sein Land ein für alle Mal von den Römern
 zu befreien.
-mhh, naja. Einen schon.
-Oh, naja gut. Es gibt einen. Abgesehen davon sind wir ziemlich stabil.
 Bist Du dabei?
-Ja.
-Von jetzt an sollst du genannt werden: Brian, was soviel heißt wie Brian.
 Informiere ihn über den Überfall auf Pilatus' Palast, Francis.
-Hör zu: das ist unser Plan... Also, das ist der Palast, am Cäsarplatz Nummer
 drei. Unsere Kommandoeinheit wird im Schutze der Nacht von der Herodesallee
 anmarschieren um dann zur Nordwestlichen Hauptwasserableitung zu kommen. Wenn
 uns jemand fragt, sind wir Kanalarbeiter auf dem Weg zu unserer täglichen
 Betriebsversammlung. Rech, unser herrlicher Führer und Gründer der VVJ wird
 koordinierender Berater am Abwässerkopf sein. Er selbst wird an keiner
 terroristischen Aktion teilnehmen, da er es böse mit der Wirbelsäule hat.
-Dann kommst du also nicht mit uns?
-Hoch die internationale Solidarität.
-Ohh, ja. Solidarität, Rech
-Sind wir erstmal in der Kloake wird das Timing von entscheidender Bedeutung
 sein. Später am Abend findet ein Festessen statt. Also müssen wir uns beeilen
 und zieht bloß nicht eure besten Sandalen an. Hier wenden wir uns nach links
 und kommen zur Augustus-Gedächtnis-Kloake und von da aus direkt weiter zum
 Hypokaustum, das ist gerade neu gefliest worden. Also meine Terroristen: Seht
 euch vor mit diesen Waffen. Wir befinden uns dann direkt unterhalb von
 Pilatus' Audienzzimmer. Und das ist der Moment, wo jeder sehen muß, wo er
 bleibt.



9. Szene: Ausführung des Plans in Pilatus' Palast
          Personen, bzw. Gruppen: Volksfront von Judäa und Kampagne
                                  für ein freies Galiläa

-Scht.
-Kampagne für ein freies Galiläa.
-Oh, ämnä, Volksfront von Judäa, Kampfkommando.
-Ou.
-Was treibt ihr denn hier?
-Wir werden Pilatus' Frau entführen, sie mit uns mitnehmen und Forderungen
 stellen.
-Ja, wir auch.
-Was?
-Das ist unser Plan.
-Wir waren aber zuerst hier.
-Was soll denn das heißen?
-Uns ist es zuerst eingefallen.
-Achja?
-Naklar. Schon vor ein paar Jahren... Ja! Das stimmt!
-Naschön. Kommt, kommt. Habt ihr alle eure Forderungen ausgearbeitet?
-Selbstverständlich.
-Und wie lauten sie?
-Das werde ich DIR doch nicht auf die Nase binden.
-Also, nun werd' aber mal nicht komisch hier.
-Wer wird hier komisch?
-Fass mich nicht an.
-Wir sind zuerst draufgekommen.
-Nein, seid ihr nicht.
-Doch, sind wir doch.
-Nein, seid ihr nicht.
-Doch sind wir.
-Seid ihr nicht.
-Doch sind wir!
-Seid ihr nicht!
---Pscht Pscht!
-Wir planen das schon seid Monaten, du Aushilfsterrorist.
-Ach du hast doch von nichts eine Ahnung du Ersatz... Auu!
-Brüder, Brüder! Wir sollten zusammenringen!
-Tun wir doch!
-Aber kämpft doch nicht gegeneinander. Wir müssen vereint sein gegen den
 gemeinsamen Feind.
---Die Judäische Volksfront!!!
-Nein, nein, die Römer!
---Achsoo.
-Ja, er hat recht...
-Aufpassen!
---Pschschscht!!!
-Gut. Wo waren wir?
-Du wolltest mir eine reinhauen.
-Achja...
-Brüder!



10.Szene: Kerker.
          Charakter: Brian, graues Männchen, Wärter, Zenturio.

-Hähähähä!!! Pfutt.
-Ahh!
-Oh, du bist ein Glückspilz.
-Wer ist da?
-Du glücklicher, glücklicher Schurke.
-Was?
-Du mußt ja der Liebling vom Gefängniswärter sein, was?
-Was meinst du damit?
-Du hast ihm wohl ein paar Kröten zugesteckt, hä?
-So ein Blödsinn. Du hast doch gesehen, wie er mir ins Gesicht gespuckt hat.
-Ooouuhh! Was würde ich darum geben, wenn mir mal einer ins Gesicht spucken
 würde. Oh. Manchmal hänge ich hier des Nachts und träume davon, das mir
 einer kräftig ins Gesicht spuckt.
-Das ist aber nicht gerade freundlich. sie hatten mir Handfesseln angelegt.
-Was, Handfesseln? Ouhh! Meine Vorstellung vom Himmel ist es, einmal in schöne
 Handfesseln gelegt zu werden, und sei es nur für ein paar Stunden. Die müssen
 wirklich glauben, die Sonne scheint aus Deinem Hintern, Jungchen.
-Lass mich doch zufrieden, das war kein Spaziergang.
-Kein Spaziergang? Das ich nicht lache. Ich hänge hier schon fünf Jahren
 und erst gestern haben sie mich richtigrum aufgehängt. Also komm mir nicht
 mit sowas, ja?
-Na gut. Na gut.
-Ich glaube, die müssen dich für den allmächtigen Herrgott halten.
-Was werden die wohl mit mir machen?
-Och... Du kommst bestimmt mit Kreuzigung davon.
-Was, Kreuzigung?
-Ja. Ohne Vorstrafen.
-Ich komme davon mit KREUZIGUNG?
-Ja. Das beste, was die Römer je für uns getan haben.
-Was?
-Oh ja. Wenn es die Kreuzigung nicht gäbe wäre dieses Land in einem solchen
 Zustand...
-Wärter!
-Nagelt die Brut ans Kreuz, sage ich!
-Wärter!!
-Nagelt die Vernunft in das Volk
-Was willst du?
-Ich möchte in eine andere Zelle verlegt werden.
-HA! Pfutt.
-Ahh. Sie dir das an. Verdammte Günstlingswirtschaft.
-Halt die Klappe, du...
-Verzeihung.
-Uah
-Nimm mal meinen Fall: vor fünf Jahren haben sie mich hier oben aufgehängt und
 jede nacht nehmen sie mich für zwanzig Minuten runter, dann hängen sie mich
 wieder auf, was ich eigentlich für sehr fair halte, wenn man meine Tat
 bedenkt. Und wenn schon nichts anderes, so hat es mich doch wenigstens Respekt
 vor den Römern gelehrt. Und es hat mich gelehrt, dass man es nie zu etwas
 bringt in diesem Leben, es sein denn, man selber hat für ein anständiges
 Tagewerk zu leisten. Für eines anständigen Tages.
-Halt endlich die Klappe!
-Uah!
-Pilatus will dich sehen!
-Miich?
-Komm schon.
-Pilatus? Warum soll er mich sehen wollen?
-Ich glaube, er will wissen wie rum du gekreuzigt werden willst.
-Uaha! Uahahaahaha. Ein guter Witz, Zenturio. Der gefällt mir.
-Halt die Klappe!
-Oh, äh, Schuldigung. Mmmh. Eine tolle Rasse diese Römer. Wirklich schneidig.



11. Szene: Pilatus' Gemächer. Er richtet sie anscheinend neu ein.
           Charakter: Pilatus, Römer, Zenturio, Brian, Baumeister

-Du nimmst diese große Figur herunter und dann von da unten...
-Heil Cäsar
-Heil
-Nur ein #berlebender.
-Ohh. Wirf ihn auf den Fusspoden
--hh. Wie bidde?
-Wirf ihn auf den Poden
-Ahh.
-Also, wie ist dein Name, Jude?
-Brian, Herr.
-Prian, aha.
-Nein nein. Brian. Au!
-Hm hm hm. Der kleine Chelm ist ein Widerporst
-Wie bidde?
-Ein Widerporst.
-Jaa. Natürlich.
-Weißt du, solche Purchen cheinen hier unüperechenpar Prutal vorzugehen.
 Plutberaucht.
-Oh, äh. Ich glaube geraucht hat er auch.
-Also: tu pist ein Tefitist.
-Ich pisse was?
-Hhh. Prügel ihn, Zenturio für tiese unverchämtheit.
-Au!
-Oh, und äh auf den Poden werfen?
-Pidde?
-Ihn wieder auf den Poden werfen?
-Oh ja. Chleudert den Purchen zu Poden.
-Ahh.
-Nun, was tatest tu für ein publcht Chtück?
-So dürft ihr nicht mit mir reden. Ich bin Römer wie ihr.
-Ein römicher Pürger?
-Nein nein. Bürger. Au!
-Soo. Vielleicht ter Pastard eines Römers? Wer war's?
-Er war Zenturio in der Jerusalemer Garnison.
-Erchtaunlich. Wie war sein Name?
-Nixus Minimax.
-Puahahaa!
-Zenturio, haben wir irgendjemand dieses Namens in der Garnison?
--h nein Herr.
-Du cheinst mir da sehr sicher zu sein. Hast du das üperprüft?
--h nein Herr ähm. Ich halte es für einen Witz. Wie, äh, Stechus Kaktus
  oder Schwanzus Longus.
-Was, äh, was ist so komich an Chwanzus Longus?
-Das ist ein verhonepipelter Name.
-Hmm? Als Knape hatte ich einen guten Freund in Rom, der hieß Chwanzus
 Longus. Chweig! Ich wünche keine Unverchämtheiten. Du wirst dich in der
 Gladiatorenchule wiederfinden. Ich lasse nicht mit mir cherzen. Solches
 Benehmen ist chändlich.
-Kann ich nun gehen, Herr? Au!
-Na wartet, wenn Chwanzus Longus das hört... Wache! Pringt ihn hinaus!
-Oh Herr. Er hat doch nur...
-Nein nein. Er wird in einer Woche Pären und Pestien in der Arena
 gegenüberchtehen.
-Gut Herr. Also komm mit.
-Ich gechtatte nicht, dass meine Freunde lächerlich gemacht werden von
 einem ordinären Chnösel. Ist noch jemandem zumute nach einer kleinen
 Chelmerei? Wenn ich meinen liepen Freund erwähne? Chwanzus, äh, Longus? Und
 du Churke? Findest tu's vielleicht pesonders komich? Wenn ich ihn sage
 diesen Namen? Schwanzus Longus? Hmm? Er hat eine chöne Frau. Wisst ihr wie
 man sie nennt?
-M mm.
-Sie wird genannt Ikontinenzia. Ikontinenzia Prop...
---Hua hua hua hua!!!
-Was soll das pedeuten? Jetzt hap ich aber genug davon. Ich chleudere
 euch Repellen in den tiefsten Chlund! Chweigt! Chweigt! Ich pefehle es euch!
 Ergreift ihn! Fasst ten Purchen. Putzt euch die Nase und fasst ihn!



12. Szene: Brians Flucht.
           Charakter: Ein Arbeiter, der den Hammer verliert, Immer mehr
                      werdende Römer, die Brian verfolgen (mal mitzählen),
                      Ausserirdische, Gegner, die die Aliens beschiessen, Mann
                      (1. Satz), drei Prediger, ein Bart Händler, Burt,
                      Brian

-Da haben wir aber Glück gehabt, was?
-Und die Tatzen des Tieres werden groß sein und schwarz, und seine Augen
 werden rot sein vor Blut lebender Kreaturen. Ich sage euch: ganz Babylon wird
 sich erheben und eine dreiköpfige Schlange. Und es wird im ganzen Land ein
 scheuern und schleifen, ein reiben und schubbern von aneinanderklebenden
 Teilen geben. Diese Teile werden wieder auseinanderfallen..
-...Neun Kriege. Nicht zwei oder drei oder fünf, es werden neun sein.
 Und das Schwert wird schwingen über allen elenden Sündern, und das ist genau
 das was sie sind, Herr. Und das Horn soll auf dem Haupt sein, und es hat
 neun Spitzen. Und das Schwert wird alles enthaupten: zack und zack und
 zack...
-...also ich wollte sagen, das etwa zu dieser Zeit die Verwirrung durch die
 äm, und die Verwirrung wird all jene verwirren, die nicht wissen ämnä und
 niemand wird wirklich genau wissen, wo diese kleinen Dinge zu finden sind,
 die verknüpft sind mit einer Art von Handarbeitszeug, das durch die Verknüpfung
 verknüpft ist. Und zu der Zeit soll ein Freund seines Freundes Hammer verlieren.
-hh. Und die Jungen sollen nicht wissen, wo die Dinge, die jene Väter erst um acht
 Uhr am vorhergehenden Abend dorthin gelegt hatten, kurz vor Glockenschlag. Dies
  steht geschrieben im Buch von Sel. In dieser Zeit...
-Wie viel? Schnell!
-Was?
-Es ist für meine Frau.
-Oh, ähhh. 20 Schekel.
-Fein.
-Was?
-Da, bitte sehr.
-Moment mal.
-Was?
-Ja, wir müssen erst feilschen.
-Nein nein nein. Ich muss schnell...
-Was meinen sie mit "nein nein nein"?
-Ich hab keine Zeit für...
-Dann geben sie ihn zurück.
-Nein nein. Ich habe ihn bezahlt.
-Burt!
-Ja?
-Dieser Mensch will nicht feilschen.
-Will nicht feilschen?
-Also gut. Wenn's denn sein muss.
-Na gut. Hören sie. Ich will 20 dafür.
-Sie haben sie gekriegt.
-Wollen sie etwa behaupten, er wäre nicht zwanzig Schekel wert?
-Nein.
-Sehen sie sich das an. Fühlen sie Qualität. Das sind keine Ziegenhaare.
-Gut. Dann gebe ich ihnen 19 dafür.
-Oh nein nein nein kommen sie, so macht das keinen Spaß.
-Was?
-Feilschen sie wie ein vernünftiger Mensch. Ist doch keine 19 wert.
-Sie sagten gerade, er wäre 20 wert.
-Oh meine Güte, meine Güte. Los kommen sie, feilschen sie.
-Na schön. Ich gebe ihnen zehn.
-Schon besser so. Zehn? Sie wollen mich wohl beleidigen, Mann! Mich mit
 einer im sterben liegenden Großmutter. Zehn?
-Na gut, dann gebe ich ihnen elf.
-Ja, so geht das. Er sagt elf? Hab ich richtig gehört, er sagt elf und
 mich hat er zwölf gekostet. Wollen sie mich ruinieren?
-17.
-Nananana! 17.
-18?
-Nein, nein. Sie sind bei vierzehn.
-Na dann gebe ich ihnen 14.
-14? Das soll doch wohl ein Witz sein.
-Aber wieso? Sie haben doch gesagt, ich soll das sagen. Sagen sie mir,
 was ich sagen soll, bitte.
-Offerieren sie mir 14.
-Ich gebe ihnen 14.
-Hört ihr, er will 14 zahlen für dieses Stück...
-15.
-17, mein letztes Wort, und keinen Pfennig weniger oder mich soll der
 Schlag treffen.
-16.
-Gemacht. War nett mit ihnen Geschäfte zu machen. He! Hören sie mal. Ich
 gebe ihnen das hier noch dazu.
-Ich will es nicht. Trotzdem Danke.
-Burt!
-Ja?
-Also gut. Einverstanden, Einverstanden.
-Wo sind die 16, die sie mir schulden?
-Ich gab ihnen gerade zwanzig.
-Oh. Ja natürlich. Dann schulde ich ihnen vier.
-Nein, ist schon gut. In Ordnung. Lassen sie es so.
-Warten sie. Ich habe sie hier irgendwo.
-Nein. Die vier für die Flasche.
-Vier? Für diese tolle Flasche? Vier? Sehen sie an, sie ist zehn wert
 und da bezahl ich noch zu.
-Aber sie haben doch gesagt, sie wollen sie mir schenken.
-Ja aber wert ist sie zehn.
-Also gut, also gut.
-Nein nein nein nein nein. Sie ist keine zehn wert. Sie müssen mit mir
 streiten. "Zehn, für diese Flasche? Sie müssen verrückt sein!" Naja. Wer
 nicht will, der hat schon.



13. Szene: VVJ HQ.
           Charakter: Die übriggebliebenen VVJ Mitglieder

-Daniel
-Daniel
-Hiob
-Hiob
-Hiob
-Josua
-Josua
-Josua
-Judas
-Judas
-Judas
-Und Brian.
-Und Brian.
-Brian.
-Ich schlage nun vor, dass alle sieben dieser Ex-Brüder damit nun ins
 Protokoll aufgenommen werden als Märthyrer auf Probe für diese Sache.
-Ich unterstütze den Antrag.
-Danke, Loretta. Die anderen durch nicken. Geschwister! Laßt uns nicht
 verzagt sein durch dieses. Denn eine totale Katastrophe wie diese ist erst
 der  Anfang. Ihre glorreichen Tode sollen uns alle noch fester verbinden.
-Aufgepasst.
-Hallo! Matthias! Rech!
-Geh weg!
-Rech! Ich bin es! Brian!
-Raus hier! Raus hier, verschwinde!
-Stan!
-Ach schwirr ab!
-Verpiss dich!
-Hau ab, man!
Bonk Bonk Bonk
-Ich komme!
Ein Mann soll seinen Esel schlagen und seines Neffen Esel und jeden in
der Nähe...
-Meine Augen sind trübe, meine Beine sind müde...
-Bist du Matthias?
-Ja.
-Wir haben Grund zu der Annahme, dass du möglicherweise einen gewissen
 Brian von Nazareth  verbirgst. Mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation
 "Volksfront von Judäa".
-Was ich? Nein. Ich bin nur ein armer alter Mann. Ich habe keine Zeit
 für Gesetzesbrecher. Meine Beine sind grau, meine Ohren sind leer, meine
 Augen sind alt und gebeugt...
-Ruhe! Einfaltspinsel. Wache! Hausdurchsuchung! Du weißt, welche Strafe
 vorgesehen ist im römischen Gesetz für das Beherbergen eines Verbrechers?
-Nein?
-Die Kreuzigung...
-Ohh.
-Scheußlich, hä?
-Hm. Es gibt schlimmeres.
-Was meinst du damit "es gibt schlimmeres"?
-Man kann auch erdolcht werden.
-Erdolcht? Was? Das dauert nur 'ne Sekunde. Die Kreuzigung dauert
 Stunden. Das ist ein langsamer grauenvoller Tod!
-Naja, aber wenigstens ist man dabei an der frischen Luft.
-Der hat 'ne Meise.
-Nein Herr, ich habe nichts finden können, Herr!
-Aber keine Sorge. Das war nicht das letzte, was du von uns gesehen
 hast. Verdrehter Opa!
-Rübennase.
-Passs auf!
-Pfft. Das war noch mal Glück.
-Es tut mir leid, Rech.
-Ahhh. Hört ihr das, Geschwister? Es tut ihm leid. Es tut ihm leid, das
 er die fünfte Legion zu unserem amtlichen Hauptquartier geführt hat. Nun,
 alles in Ordnung, Brian. Setz dich. Nimm dir 'n Keks. Machs es dir schön
 bequem. DU ARSCH!!! Du dämlicher, spatzenköpfiger, völlig irregewordener...
 Ahh!
Bonk Bonk Bonk
-Meine Beine sind taub und blind. Meine Ohren sind grauhaarig. Ja?
-Da ist noch ein Platz, wo wir nicht nachgesehen haben. Wache!
-Ich bin nur ein armer alter Mann. Meine Augen sind grau, meine Nase
 ist krumm.
-Hast du schon mal bei einer Kreuzigung zugesehen?
-Kreuzigung ist doch Firlefanz.
-Sag das bitte nicht dauernd.
-Hab den Löffel gefunden, Herr.
-Gutgemacht, Sergeant. Wir kommen wieder. Blödes Huhn.
Bonk Bonk Bonk
-Aufmachen!
-Sie haben uns keine Zeit gegeben uns zu verstecken.
-Ha haaa!
 Wenn die Verwirrung erstmals... huaa! Auuu!
---klatsch



14. Szene: Brian avanciert zum Heiligen

"Und das Leben in der Wüste ist ein garstiges meine Freunde aber trotzdem: ich
 sage euch: gehet in die Wüste und ernähret euch vom Sand..."
-Richtet niemals andere auf das ihr, ich meine auf das ihr niemals gerichtet
 werdet.
-Was?
-Ich sagte: richtet niemals andere, auf das ihr nicht gerichtet, äh, werdet.
-Wer ich?
-Ja.
-Oh danke. Danke vielmals.
-Oh! Nicht nur du. Ich meine euch alle.
-Das is 'ne hübsche Flasche (lall)
-Was?
-Wieviel willst du für die Flasche haben?
-Nichts. Ich schenk sie dir.
-Geschenkt?
-Ja. Und schaut die Lilien...
-Willst du nicht feilschen?
-Nein. ...auf dem Felde.
-Was ist damit nicht in Ordnung?
-Nichts. Nimm sie.
-Ja! Schauet die Lilien.
-Nun, dann die Vögel.
-Was für Vögel?
-Irgendwelche Vögel.
-Wieso?
-Nun, äh, haben diese Arbeit?
-Wer?
-Die Vögel.
-Was für 'ne Frage "haben Vögel Arbeit"
-Was ist mit dem los?
-Er sagt, die Vögel würden betteln.
-Oh nein. Ich meinte eigentlich: die Vögel kommen doch ganz gut zurecht.
-Na, das wollen wir ihnen auch wünschen.
-Ja. Ich finde, Vögel sind nett.
-Also gut. Aber ihr. Seid ihr nicht sehr viel bedeutender als sie? Oder nicht?
 Worum sorgt ihr euch also? Da seht ihr es.
-Ich sorge mich darum, warum du was gegen Vögel hast.
-Ich hab doch gar nichts gegen Vögel. Schauet die Lilien!
-Hach! Jetzt geht der Kerl auch noch gegen die Blumen los.
-Oh! Gib den Blumen eine Chance.
-Ein Kupferstück dafür.
-Sie gehört dir.
-Das ist fein.
-Seht: da war ein Mann und der hatte zwei Knechte.
-Und wie hießen die?
-Was?
-Nun, wie waren ihre Namen?
-Ach das weiß ich nicht. Und er gab ihnen ein paar Talente.
-Du weißt nicht, wie sie heißen?
-Das spielt doch keine Rolle.
-Er weiß nicht mal wie sie heißen...
-Gut. Also die Namen sind Simon und Adria. Also...
-Ohh! Du sagtest doch, du weißt es nicht.
-Es spielt wirklich keine Rolle. Worum es geht ist, dass diese beiden Knechte
-Er erfindet die Geschichte einfach.
-Nein, das tu ich nicht. Und er gab ihnen... moment mal, waren es drei? Nein
 da waren drei... nein da waren... Nein. Es waren wirklich drei...
-Also hört das: Selig sind die, die ihres Nachbarn Ochsen flüssig machen, denn,
 äh, die sollen ihr Würfelzeug erben. Und äh, gegeben werden soll ihnen, also
 einem jedem von ihnen, gegeben, jedem von ihnen... soll gegeben werden.
-Was?
-Hä?
-Soll was gegeben werden?
-Och nichts.
-Hey! Was wolltest du uns sagen?
-Nichts.
-Doch. Du wolltest uns etwas sagen.
-Wollte ich nicht. Ich war fertig.
-Nein, du warst nicht fertig.
-Ich war doch fertig.
-Was will er uns noch sagen? Ist es ein Geheimnis? Ist es?
-Natürlich ist es eins, sonst würde er's uns sagen.
-Laßt mich zufrieden.
-Was ist es? Das Geheimnis vom ewigen Leben.
-Natürlich nicht. Wenn ich das Geheimnis vom ewigen Leben wüßte,
 dann würde ich es auch nicht sagen.
---(allgemeine Unruhe)
-Es ist seine Flasche. Dies hier ist seine Flasche!
-Seht!
-Es ist seine Flasche! Wir werden sie tragen für dich, Meister. Meister?
-Er ist fort. Er ist gen Himmel aufgefahren.
---Meister!
-Nein, nein! Da ist er ja! Da!
---(Schrei)
-Seht!
-Er gab uns ein Zeichen.
-Nein. Er gab uns eine... eine Sandale!
-Die Sandale ist das Zeichen. Lasst uns seinem Beispiel folgen.
-Was?
-Laßt uns alle eine Sandale hochhalten und die andere am Fuß behalten,
 dann das ist SEIN Zeichen. Und alle die ihm nachfolgen werden das gleiche
 tun...
-Nein nein nein. Die Sandale ist ein Zeichen, dass wir alle Sandalen sammeln
 müssen.
-Pfeift auf eure Sandalen und folget der Flasche.
---(Schrei)
-Laßt uns zusammen Sandalen sammeln. Wir zusammen.
-Nein. Das ist ein Zeichen, dass wir an ... denken müssen. Nicht an
 die Sinne des Leibes sondern an die Dinge des Gesichtes und des, äh,
 wie? Des... des Kopfes...
-Folget der Flache. Der heiligen Flasche von Jerusalem.
-Haltet den Schuh hoch, wie er es uns befohlen hat...
-Es ist eine Sandale.
-Haltet den Schuh hoch...
-Es ist eine Sandale!!!
-Werft sie hinfort!
-Zieht sie an! Und du, verschwinde!
-Nehmt die Sandale und folgt ihm.
---(Schrei)
-Halt. Wartet. Lasst uns, lasst uns flattern. Ja. Er kommet zu uns.
 Lasst die Saat des Grabes...



15. Szene: Die Menge holt Brian ein.
           Charakter: Brian, die Menge, Schweige-Gelübde Kerl

---Da rennt er! Warte! Warte!
-Hey. Gibt es noch einen anderen Weg nach unten? Gibt es einen anderen
 Pfad hinunter zum Fluss?
-Mmm! Mmm!
-Bitte bitte hilf mir, ich muß unbedingt...
---Meister! Meister!
-Au! Mein Fuß! Au!
-Schsch!
-Mmmm! Verdammt, verdammt, verdammt!
-Es tut mir leid. Scht!
-Verdammt verdammt verdammt!
-Es tut mir leid. Pscht.
-Wirst du wohl mit dem Pscht aufhören! 18 Jahre völligen Schweigens und
 du pschst mich an.
-Was?
-Ich habe mein Gelübde 18 Jahre lang gehalten und nicht ein einziger
 erkennbarer artikulierter Laut ist über meine Lippen gekommen. Hhhh.
-Dann schaffst du es vielleicht noch mal für fünf Minuten...
-Jetzt ist sowieso alles egal. Jetzt kann ich mich ruhig ins Vergnügen
 stürzen. Manchmal in dieses letzten 18 Jahren habe ich mir gewünscht zu
 rufen  und zu singen und meinen Namen laut hinauszuschreien. Oh ich lebe!
-Pscht!
-Hava Nagila!
-Pschscht!
-Hava! Oh ich lebe! Halouoouuo. Oh ich lebe! Hallo ihr Bäume, hallououo.
 Lass mich doch, lass mich doch. Ich lebe! Hava Nagila. Hava.
---Meister! Meister! (schrei)
-Sprich, sprich zu uns, Meister. Sprich zu deiner Fe..
---Pssst!!!
-Ihr sollt Fortgehen!
---Er hat uns gesegnet!
-Wie sollen wir denn fortgehen, Meister?
-Nun, geht einfach nur weg. Lasst mich in Ruhe.
-Gib uns ein Zeichen!
-Er hat uns doch ein Zeichen gegeben. Er hat uns an diesen Ort geführt.
-Nein. Ich hab euch nicht hergebracht. Ihr seid mir einfach gefolgt.
-Oh, es ist trotzdem ein gutes Zeichen. Es hält jeden Vergleich aus.
-Meister. Dein Volk ist Millionen Meilen gewandert um bei dir zu sein.
 Es ist müde und hat nicht zu Mittag gegessen.
-Es ist nicht meine Schuld, dass ihr nicht zu Mittag gegessen habt.
-Es gibt keine Nahrung in diesem hohen Gebirge.
-Und was ist mit dem Wachholderbusch dort drüben?
---Ein Wunder!
-Nur durch sein Wort hat er den Busch Früchte tragen lassen. Seht ihr das?
-An dem Wacholderbusch sind Wacholderbeeren.
-Natürlich sind da Wacholderbeeren dran, weil es ein Wacholderbusch ist.
 Was habt ihr denn erwartet?
-Zeig uns doch bitte noch ein Wunder.
-Versuchet nicht den Meister, ihr Oberflächlichen. Reicht euch nicht
 das Wunder mit dem Wacholderbusch? Ist das nicht genug?
-Hört mal, das ist aber mein Wacholderbusch!
-Oh nein. Der Busch ist eine Gabe Gottes.
-Das ist das einzige, was ich zu essen habe. He! Ihr da! Macht das ihr
 da wegkommt! Weg! Weg!
-Oh Herr. Ich bin gepeinigt von einer ziemlich kahlen Platte.
-Ich bin geheilt! Der Meister hat mich geheilt!
-Ich habe ihn überhaupt nicht angefasst.
-Ich war blind. Und jetzt kann ich wieder sehen!!!
---Ein Wunder !!! Ein Wunder!!!
-Sag ihnen, sag ihnen, sie sollen aufhören. 18 Jahre lang habe ich kein
 Wort geredet, bis er gekommen ist.
---Ein Wunder! Er ist der Messias.
-Er ist mir auf den Fuß getreten.
---Tritt mir auf den Fuß!
-Heil Messias.
-Ich bin nicht der Messias.
-Ich sage, du bist es, Herr. Und ich muß es wissen, denn ich bin schon
 einigen gefolgt.
---Heil Messias!
-Ich bin nicht der Messias. Würdet ihr mir bitte zuhören: ich bin nicht
 der Messias. Versteht ihr das? Ganz ganz ehrlich.
-Nur der wahrhaftige Messias leugnet seine Göttlichkeit.
-Was? Ihr müsst mir doch 'ne Chance lassen, da raus zu kommen. Also gut.
 Ich bin der Messias.
---Er ist es! Er ist der Messias.
-Und jetzt: VERPISST EUCH!
-Wie sollen wir uns verpissen, oh Herr?
-Haut einfach nur ab. Lasst mich zufrieden.
-Du hast diesen Leuten gesagt, sie sollen meine Wacholderbeeren
 aufessen. Du brichst mir meinen verdammten Fuß, du brichst mein
Schweigegelübde und jetzt versuchst du auch noch, meine Wacholderbeeren zu essen.
-Lass das.
-Ahh!
-Das ist der Messias. Der Auserwählte.
-Hmm? Isser nicht.
-Dieser Mann ist ein Ungläubiger.
---Ein Ungläubiger!
-Verurteilt und tötet den Ketzer.
---Tötet ihn!
-Lasst ihn zufrieden! Lasst ihn zufrieden!
-Brian?
-Judith?



16. Szene: Zu Hause bei Kohns
           Charakter: Brian, Judith, Brians Mutter und Brians Volk

---Sehet! Da ist er! Der Auserwählte ist aufgewacht!
-Ahh!
-Brian!
-Es ist Mama! Sekunde Mama!
-Brian!
-Scht! Hallo Mama.
-Verfluchter Kerl! Hallomamar'e mich nicht. Was will das ganze Volk da draußen?
 Hä?
-Oh ja, weißt du die sind...
-Warum? Was hast du schon wieder getrieben, Bürschchen?
-Naja. Ich schätze, die sind vorbeigekommen, weil sie irgendwie...
-Vorbeigekommen, ja? Vorbeigeströmt würde ich sagen. Ganze Völkerscharen
 lungern da rum!
-Ich weiß auch nicht. Die folgen mir schon seid gestern.
-Na denen werd' ich beibringen, die weiter zu folgen. Ihr werdet damit auf-
 hören, meinem Sohn zu folgen! Ihr solltet euch was schämen!
---Der Messias! Der Messias! Zeig uns den Messias
-Wen soll ich euch zeigen?
---Den Messias!
-Hier ist kein Messias. Kein einziger! Mist und Staub ist hier drin aber kein
 Messias! Und nun: Buenos Dias!
---Brian! Brian!
-Also Junge! Was hast du wieder angestellt?
-Nichts Mama.
-Komm! Raus damit!
-Die denken, ich bin der Messias, Mama.
-Was hast du den erzählt?
-Nichts Mama.
-Wie oft hab ich dir gesagt, du sollst nicht angeben!
-Ich kann's aber erklären.
-Lassen sie es mich erklären, Mutter Kohn!
-Hhh! ...
-Ihr Sohn ist der geborene Führer. Diese Menschen da draußen folgen ihm, weil
 sie an ihn glauben, Frau Kohn. Sie glauben, dass er ihnen Hoffnung geben kann.
 Hoffnung auf ein neues Leben. Eine neue Welt, eine bessere Zukunft.
-Wer ist das???
-Das ist Judith, Mama. Judith, Mutter.
-Hör...
---Wo ist der Messias! Zeig uns den Messias!
-So.... ihr werdet jetzt zuhören: er ist nicht der Messias. Er ist nichts
 weiter als ein unartiger Bengel. Und jetzt verpisst euch!
---Wer bist du?
-Ich bin seine Mutter! Nichts weiter.
---Sehet seine Mutter! Sehet seine Mutter! Heil dir, Mutter von Brian. Gesegnet
    bist du! ... Gelobet seiest du für alle Zeit!
-Also glaubt ja nicht, dass ihr mich auf die Tour rumkriegen könnt! Er wird
 nicht rauskommen. Das ist mein absolut letztes Wort! Und jetzt schiebt ab!
---Nein!
-He! Habt ihr nicht gehört, was ich sagte?
---Ja!
-Oh. Verstehe. So ist das also, wie?
---Ja!
--hh. Na schön. Also gut. Ich schicke ihn für eine Minute ans Fenster aber
  nicht eine Sekunde länger. Habt ihr verstanden?
---Jah!
-Versprochen?
---Naja... also gut.
-Also schön, hier ist er. Komm Brian! Sprich zu ihnen!
-Aber Mama! Judith!
-Lass diese ... Schnäpfe zufrieden!
----ääähhh!
-Guten Morgen!
---Segne uns! Segne uns!
-Nein nein. Hört mir zu Leute. Ich hab ein oder zwei Dinge zu sagen.
---Sag sie uns. Sag uns beide Dinge!
-Hört zu. Ihr versteht das alles falsch. Es ist wirklich nicht nötig, dass ihr
 mir folgt. Es ist völlig unnötig, einem Menschen zu folgen, den ihr nicht
 mal kennt. Ihr müsst nur an euch selbst denken. Ihr seid doch alle Individuen.
---Ja! Wir sind alle Individuen!
-Und ihr seid alle völlig verschieden!
---Ja! Wir sind alle völlig verschieden!
-Ich nicht!
---Pscht!!!
-Und jeder von euch sollte versuchen, es für sich selbst rauszufinden!
---Ja! Wir sollten versuchen, es für uns selbst rauszufinden!
-Ja! Genau!
---Sagt uns mehr, Herr!
-Nein! Darum geht's ja. Ihr habt euch von niemandem sagen zu lassen, was ihr
 tun uns lassen sollt. Denn wenn ihr dies tut dann...
-Das genügt, das genügt!
                Anmerkung vom Schreiber : Es war exakt eine Minute, die
                                          Brian zu seinem "Volk" sprach!
-Nein, Mama!
---+hhhh!!! Das war keine Minute!
-Oh doch. Das war's.
---Nein! Es war keine!
-Jetzt hört auf damit! und geht eurer Wege.
-Entschuldigen sie bitte...
-Jaha?
-Sind sie noch Jungfrau?
-Hhh! Wie meinen sie bitte?
-Das soll keine persönliche Frage sein: Sind sie eine Jungfrau?
-Na wenn das keine persönliche Frage ist. Wie kann man denn noch persönlicher
 werden, hä? Und jetzt verpisst euch.
---Sie ist eine...



17. Szene: Brian ist im Geschäft. (Im Messias Geschäft)
           Charakter: Brian, Rech, Francis, Judith, das ganze Haus voller
                      Menschen.

-Mojen Heiland!
---(schrei)
-Komm! Leg mir die Hand auf! Schnell!
-Schubst doch bitte den Auserwählten nicht so 'rum, Menschenskinder!
-Hey Du! Spritz das Baby dem Heiland nicht immer ins Gesicht. Er
 wird es später noch berühren.
-Hör'n sie. Können sie mal ganz kurz meine Frau besuchen? Sie hat Migräne.
-Sie wird noch 'n bisschen warten müssen.
-Das ist aber dumm. Wir haben 'ne Verabredung zum Essen.
-Sie sehen doch: die Aussätzigen stehen Schlange.
-Ja, aber ich bin der Bürgermeister von Gaza!
--h, Brian, darf ich dich mit dem Herren bekannt machen, der uns am Sonntag
  kurz mal den Berg überlässt...
-Nicht so schubsen!
-He! Und nicht so viel Radau, bitte. Die vom Teufel Besessenen dahinten!
 Versucht Doch mal, die etwas unter Kontrolle zu halten. Ist das nicht
 möglich. Die Unheilbaren, fürchte ich, müssen noch ein paar Augenblicke
 warten. -hmn. Die sündigen Frauen. Stellt euch da an der Wand an, ja?
-Brian! Brian! Du warst phantastisch.
-Du warst aber auch nicht übel Judith.
-Oh nein. Das was du da eben gesagt hast, das war wirklich ganz außergewöhnlich.
-Was? Ach das war es?
-Wir brauchen keine Führer. Du hast ja so recht! Ich finde, Rech hat uns
 schon zu lange dominiert.
-Nun ja gut, aber...
-Es musste gesagt werden, und du hast es gesagt.
-Du bist sehr attraktiv.
-Es ist unsere Revolution. Wir können es alle gemeinsam tun.
-Ich denke, ich denke...
-Und wir stehen alle hinter die, Brian. Die Revolution ist in deinen Händen!
-Was? Nein. Das war's nicht, was ich gemeint habe. Nein.
-Dein Weg ist hier zu Ende, Freund und Kupferstecher. Wache!
-Au, Ahh, Mmm!
-Lass das.
-Ahh!



18. Szene: Zurück bei Pilatus, Seine Ansprache.
           Charakter: Brian, Pilatus, Zenturio, Wache, Schwanzus Longus Volk

-Nun, Prian, du hast uns für unser Geld 'ne chöne Chow geliefert.
-Eine was? Aua!
-Aper Prian, gewiss wirst du uns diesmal nicht entwichen. Wache. Sind schon
 irgendwelche Kreuzigungen für heute angesetzt?
-139 Herr. Eine besondere Feierlichkeit: das Passafest.
-Fein. Dann haben wir jetzt 140. Hübsche runde Zahl, was Longus?
-Ahmhmhmm.
-Heil Cäsar!
-Heil!
-Das Volk draußen wird unruhig, Herr. Ich bitte um die Erlaubnis, es etwas
 zerstreuen zu dürfen.
-Also pitte sehr. Aber was wird aus meiner Anchprache?
-Ja also ihre ich aber...
-Meine Anchprach ist immer ein Höhepunkt des Festes und mein Freund Chwanzus
 Longus hat den weiten Weg aus Rom gemacht, um sie zu hören.
-Heil Cäsar!
-Heil Thäthar!
-Ihr könn... ihr könntet nicht erwägen, sie dieses Jahr vielleicht
 auszulassen, Herr?
--h. Die Anchprache?
-Nunja. Es ist nur so, dass, äh, 'ne merkwürdige Stimmung da draußen...
-Also weißt du, mein pester. Ich bin überrascht, einen so chtämmigen Chwertträger
 wie dich vor dem Pöpel wanken zu sehen.
-'n bisschen gewittrig da draußen.
-Führt den Purchen ab.
-Ich bin ein Römer! Ich kann es beweisen! Ganz ehrlich!
-Nagelt ihn mir schön ans Kreuz! Longus.
-Das, äh, das würde ich wirklich nicht.
-Huch huch, hinfort!
-Warte. Lathst mich mitkommen. Es itht bethtimmt ther thuträglich, wenn ich
 dir thur Theite schtehe, wenn es thu einer Krise kommt.
-Nein!



19. Szene: Brian's Festnahme wird der VVJ bekannt.
           Charakter: Rech, Loretta, Francis, Judith, VVJ

-Also gut. Jetzt kommen wir zu Punkt vier: Erringung der Weltherrschaft
 innerhalb der nächsten fünf Jahre. Francis, hast du da was
 ausgearbeitet?
-Ja, danke, Rech. Ich will ganz offen sein, Geschwister: ich finde fünf
 Jahre sehr optimistisch. Es sei denn, wir zerschmettern das römische
 Emperium innerhalb der nächsten zwölf Monate.
-Zwölf Monate?
-Ja, zwölf Monate. Sein wir mal ehrlich: was Emperien angeht, ist das
 ein ziemlich großes. Also sollten wir uns von unseren Ärschen erheben und
 aufhören, wie Waschweiber darüber zu schwatzen.
---Hört hört!
-Das ist richtig. Nur die Tat zählt und nicht Worte und was wir jetzt
 brauchen sind Taten.
---Hört hört!
-Ihr habt recht. Wir können hier rumsitzen, den ganzen Tag reden und
 pausenlos Resolutionen annehmen, kluge Ansprachen halten. Das kratzt
 nicht EINEN römischen Soldaten.
-Also lasst uns endlich damit aufhören darüber zu schwätzen. Das ist
 vollkommen sinnlos und führt uns nirgendwo hin.
---Hört hört!
-Einverstanden. Das ist absolut sinnlose Zeitverschwendung.
-Sie haben Brian verhaftet!
-Was?
-Was?
-Was?
-Sie haben ihn weggeschleppt. Ich hörte, dass er gekreuzigt wird!!
-Männer! Das erfordert eine sofortige Diskussion.
-Ja.
-Waas?
-Unverzüglich.
-Richtig.
-Neuer Antrag?
-Vollkommen neuer Antrag! -h, folgender, äh, Das, äh, das muß sofort, äh,
 eine sofortige Aktion geben. +hmnö...
-WENN der Antrag angenommen wird.
-Na, selbstverständlich wenn er angenommen ist. Man kann doch nicht eine
 Resolution annehmen, wenn der Antrag abgelehnt ist.
-Rech um Himmels Willen! Lass uns jetzt bitte gehen! Bitte jetzt sofort!
-Gut, gut, gut. Also im Licht einer völlig neuen Information von, äh,
 Geschwister Judith, ähmn...
-Oh nicht so schnell, Rech.
-Rech um Himmels Willen! Es ist eine ganz einfache Sache! Alles was
 ihr tun müßt ist durch diese Tür hinauszugehen und zwar jetzt und zu ver-
 suchen die Römer daran zu hindern ihn zu kreuzigen! Es wird
 passieren, Rech! Kannst Du nicht begreifen, dass es passieren wird, Rech?
 Kannst Du das nicht begreifen? Ahh!
---Uii!
-Hallo! Ein kleiner Egotrip von den Feministinnen?
-Was?
-Oh, entschuldige, Loretta. -h, würdest Du bitte noch mal wiederholen...



20. Szene: Kreuzigungsgruppe I
           Charakter: Zuweiser, zu Kreuzigende

-Der Nächste. Zur Kreuzigung?
-Ja.
-Gut. Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur ein Kreuz. Der
 Nächste. Zur Kreuzigung?
-Jah ja.
-Gut. Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur ein Kreuz. Der
 Nächste. Zur Kreuzigung?
--h, nein. Freispruch!
-Hm? Was?
-Sie haben mich freigesprochen. Sie sagten, ich hätte nichts getan, also
 könnte ich frei raus gehen und irgendwo auf 'ner Insel leben.
-Oh. Das ist aber nett für Dich. Dann aber nichts wie ab.
-Nein nein. Ich hab sie verulkt. In Wirklichkeit ist es Kreuzigung.
-Ohh... ich verstehe. Sehr gut, sehr gut. Nun, ähmn, zur Tür hinaus...
-Ja ich weiß bescheid.
-Ja.
-Zur Tür raus...
-Ja.
-Jeder nur ein Kreuz linke Reihe anstellen.
-Sehr richtig, ja. Links anstellen. Gut. Zur Kreuzigung?
-Jawohl.
-Gut...



21. Szene: Pilatus' Rede zum Volk
           Charakter: Pilatus, Schwanzus Longus, Zenturio, Volk

-Liepes Volk von Jerusalem. Rom ist euer Pruder!
--- Huahuahua hahaa!
-Zum Peweiß unserer Freundchaft ist es Sitte in unserer Zeit, einem
 verurteilten #peltäter die Freiheit zu chenken.
--- Prust! Lach!
-Weeem würdet ihr mich bitten, die Freiheit zu chenken?
-Laßt Schmul Schubiak frei!
--- Jaah! Lasst Schmul Schubiak frei! Laßt Schmul frei! Huahuahua!
-Sei's drum. Ich werde also Chmul die Freiheit chenken!
--- Gröhl!
-Herr?
-Hmm?
-Wir haben keinen Chmul, Herr.
-Was?
-Wir haben keinen Mann dieses Namens, Herr.
--hmn. Wir haben hier keinen Chmul, Leute!
--- Ohhh!
-Wie wär's dann mit dem chönen Pernhart?
--- Laßt den schönen Bernhard frei! Hahahaa!
-Zenturio? Wieso wirt hier ßo alpern kekichert?
--h, das ist nur, öhmn, sie sind ausgelassen!
-Hm. Könnte es sein dass, mn, Chapernack treiben?
-Och, Oh nein, Herr!
-Prnchmhmm!
-Also chön dann, dann laß ich ihn frei! Pernhard den chönen!
-Herr, einen chönen Pernhart ham wir auch nicht!
-Häch! Keinen Chmul und keinen Pernhart?
-Tut mir leid Herr!
-Wäär ist dieser Chmul? Wer ist dieser chöne Pernhart, den du nanntest?
-Er ist ein Verprecher! Huahuahuaaa!
--- Gröhl, Lach!
-Ein Taketieb!                             (-> Tagedieb)
--- Gröööhl!
-Ein Verkewaltiker!
--- Hahahaaa!
-Ein Notorischer Verprecher?
-Den ham wir aber nicht, Herr!
-Wir cheinen überhaupt niemandem mehr in unserem Kerker zu haben.
-Oh doch Herr! Wir haben einen Samson.
-Samson?
-Samson, der Saluzäische Ochse, Herr. -h, Silas, der Syrische
 Sittenstrolch, äh, diverse subversive Schriftgelehrte aus Cäsaräa, und äh,
 76...
-Lath mich thu ihnen thprechen!
-Oh NEIN! Bloß nicht!
-Ja, ja, sehr chön! Guter Gedanke, Chwanzius!
-Thuhörn, Thuhörn! Wir haben einen Thamthon, den Thaluthäischen
 Ochthen, Thilas den Thyrische Thittenthrolch
--- hihi huahuahuahahaa!
-Diverthe Thubverthive Schriftgelehrte auth, äh, Thätharäa
Szene 20.1: Kreuzigungsgruppe II
          Charakter: Zuweiser, Brian, Wärter 1, Wärter 2, Legionär

-Der Nächste! Zur Kreuzigung?
-Ja.
-Gut. Zur Tür hinaus, linke Reihe anstellen, jeder nur ein Kreuz! Wärter?
-Entschuldigen sie bitte, hier liegt ein kleiner Irrtum vor.
-Einen Moment mal bitte, ja? Wärter? Wieviele haben wir jetzt durch?
-Was?
--h, wieviele jetzt durchgekommen sind.
-Was?
--h, sssie ssie sie äh mn ssie äh mmmüssen bbbbb bbbischen lll bbischen
  lllaute sprechen, Herr. Er ist tt tttt
-Ahh?
-Taub wwie wie ein Pfpffpfapfosten, Herr!
--äh, Wieviele sind bis jetzt durchgekommen?
-Hähähä!!
-Ich habe mal nachgeth
-Ja?
-Nachgeth Neundunsäthhh
-Ja?
-69, Herr.
-Ja. Es ist eine so sinnlose Vergeudung von menschlichem Leben.
-N n n nein Herr. Nenenenicht bbbbei diesen bbbbBastarden, Herr.
 KKKKKroKraiKKK Krakreuzigung ist zu gut für die, Herr.
-Ich glaube, zu gut kann man wohl nicht sagen. Es ist sehr unerfreulich.
-Oh es ist nicht so so unnnnnnnenooo unerfreulich wie manches was ich mir
 schon ausgedacht hab, Herr.
-Tja, äh, also dann... Kreuzigung?
-Ist hier jemand mit dem ich sprechen kann?
-Nun, ähm...
-Ich weiß wo man es kriegen kann, wenn Sie es haben wollen.
-Was?
-Sie ddddder is tää tää, er ist tää, tää tau taub und vverrückt, Herr!
-Wie hat er dann diesen Job bekommen?
-Verdammter Liebling von Pilatus!
-Nun mal vorwärts, Rübennase! Hier draußen warten 'ne Menge Leute auf
 deine Kreuzigung! Hähähäähä!
-Könnte ich wohl mit einem Anwalt sprechen?
--hm, hast du einen Anwalt?
-Nein, aber ich bin Römer.
-Wie wär's mit einem Wiederaufnahmeverfahren! Wir haben viel Zeit!
-Halt die Klappe!
-Verdammt dämlich, diese Römer! Haben keinen Sinn für Humor! Haha!
-Ohh! (Grr)
-Es tut mit leid. Ich hab's eilig. Könntest du wohl jetzt rausgehen? Linke
 Reihe anstellen, nur ein Kreuz für jeden.



Szene 21.1: Pilatus' Rede zum Volk II
            Charakter: Pilatus, Schwanzus Longus, Volk

---Huahuahua!
-Thollte dath mit dem thuthammenhängen, wath ich thagte?
-Ruhe! Tieser Mann hier pefehligt eine chtolze Legion!
---Gröhl!
-Er ist ein peliebter Redner und chöngeist!



Szene 20.2: Kreuzigungsgruppe III
            Charakter: Zuweiser, Legionär, Brian, zu Kreuzigende, Samariter,
                       kleines graues Männchen, Streithals

-(Räusper) Kreuzigungsgruppe! Guten Morgen. Also, wir wollen ein netter Anblick
 sein, wenn wir jetzt durch die Stadt gehen. Also laßt euch nicht so
 hängen, Jungs. Haltet eine hübsche gerade Linie ein. Drei Längen zwischen
 euch und dem Mann vor euch. Und eine gleichmäßige Geschwindigkeit. Kreuze
 über eure linke Schulter. Und wenn ihr den Rücken immer schön gegen den
 Querbalken drückt, dann seid ihr im Handumdrehen da. Hmm? Zenturio...
-Kreuzigungsgruppää! Heh! Moment da vorne! Kreuzigungsgruppe! Auf die Plätze,
  fertig, LOS!
-Ihr glücklichen Bastarde! Ihr glücklichen, verdammten Bastarde!
-Laß mich bitte deine Last tragen!
-Hä? Ou! Danke sehr!
-Ah, ah! Hehee! Heee!
-Du, da? Was glaubst du, was du da machst?
--häh mn Dadas ist nicht mein Kreuz!
-Halt die Klappe, und mach, dass du weiter kommst!
-Haha! Hähähähä! Der hat dich ganz schön aufs Kreuz gelegt! Hä? Wird dir
     in Zukunft ne Lehre sein. Hoho!



Szene 21.2: Pilatus' Rede zum Volk III
            Charakter: Pilkatus, Schwanzus Longus, Judith, Volk, Legionär

-Also gut. ich gepe euch noch einmal eine Chance. Tiesmal will ich nichts hören
 von einem Poris, nichts von einem Penjamin und nichts von Pären, Poren, Pilly
 oter Paltasar!
-Und keine Thpenther Träithieth!
-Oder wir werden niemand freilassen!
-Laßt Brian frei!
-Oh ja. Der ist gut. Lasst Brian frei!
---Lasst Brian frei! Ahhahaa!
-Also, wie ihr wollt. Das war's!
-Herr, wir haben, äh, wir haben einen Brian, Herr.
-Was?
-Nun, sie haben ihn gerade zur Kreuzigung geschickt.
-Mnä! Wartet wartet, es cheint wir haben einen Prian! Nun bringt ihn zurück!
 Bringt ihn zurück!
-Jawohl. Sofort!
-Nun gut, also. Es gechehe. Ich peknadige Prian!



Szene 20.3: Kreuzigungstruppe IV
            Charakter: Legionär, Streithals

-Los da, beweg dich, mann!
-Oder was?
-Oder du bekommst -rger!
-Ou! Meine Güte. Da müsste ich wohl darauf verzichten, Nachmittags gekreuzigt
 zu werden. Oder was?
-Halt die Klappe!
-Das wäre aber ein verdammter Schlag. Dann wäre ich auf einmal ohne Beschäf-
 tigung.
-(Zack)
-Oh. Danke sehr.



Szene 22: Brians Rettung (?) und ENDE
          Charakter: Zenturio, Wärter 1+2, VVJ, Legionär, zu Kreuzigende,
                     Samariter, Brian, Judäische Volksfront, Brians Mutter

-Sind sie weg?
-Wir haben noch haufenweise davon, hinten im Hauus!
-Was?
-Ou! Kkkümmern sie sich nicht um den, Herr, er ist Ve, er ist ve, er ist ve,
 er ist mm ve, er ist ve, er ist mmm, er ist verrückt, Herr.
-Sind sie schon weg??? Weg?
-Ou, ja. Mmmmmmnää, nää, nää, lää, lä lä lä, läää
-Ach verdammt noch mal.
-Ja, Herr. Naja, also wo waren wir grad stehengeblieben?
-Na, ich bin da vorbeigekommen und dann habe ich gesagt...
-Gut. Das war die Abstimmung über die Zustimmung. Angenommen mit einer Enthaltung.
 Ich darf nun vorschlagen, dass wir ohne weiteres Theater abhauen. Darf ich um
 Unterstützung bitten?
-Gehen wir also.
-Ja.
-Platz da! Platz da ! Platz da! Platz da!
-Verdammte Besatzer!
-Vorsicht! Wir haben noch 'n paar Kreuze übrig!
-Ab nach oben mit dir, Rübennase!
-Dafür wirst du noch von mir hören, du verdammter Mistkerl!
-Ach, wirklich?
-Oh ja. Keine Sorge. Ich vergesse niemals ein Gesicht!
-Aha!
-Ich warne dich, ich verpass dir eins auf deine dreckige römische Nase, du
 Stinktier!
-Wart's ab, wer hier bald stinken wird, Jude!
-Wie kommst du Arsch auf Jude? Ich bin kein Jude! Ich bin Samariter!
-Ein Samariter? Man versprach uns eine rein jüdische Kreuzigung!
-Ist mir doch Scheißegal! Ihr krepiert sowieso in ein oder zwei Tagen!
-Das mag dir vielleicht egal sein, aber uns ist es gewiß nicht egal, nicht
 wahr, Liebling?
-Na abär!
-Nach den Statuten des römischen Besatzungsrechts haben wir ein Recht darauf,
 nach Stämmen geordnet gekreuzigt zu werden.
---Pharisäer getrennt von Saluzäern, Saluzäer getrennt von Juden, Samariter
   getrennt von Ammonitern!
-Is ja gut, is ja gut, is ja gut! Das kriegen wir alles schon in Ordnung! Also.
 Alle heben die Hand hoch, die nicht HIER gekreuzigt werden wollen. Gut. Der
 Nächste!
-Ach hören sie doch bitte, das ist nicht mein Kreuz!
-Waas?
-Hören sie, guter Mann. Es ist wirklich nicht mein Kreuz. Ich habe es nur
 kurz für jemanden...
-Leg dich hin! Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!
-Nein, natürlich nicht. Hören sie, ich hasse es...
-Hören sie. Es war wirklich viel los heute und wir müssen noch 140 von euch
 hochkriegen.
-Von welchem Stamm ist der?
-Wirst du wohl mal ruhig sein?
-Wir wollen keine weiteren Samariter hier in dieser Ecke!
-Hoch mit ihm!
-Laßt ihr mich wieder runter falls der Besitzer zurückkommen sollte?
-Jaja, dann lassen wir dich wieder runter. Der nächste!
-Ihr wisst, ihr müsst das nicht tun. Ihr braucht euch nichts befeheln zu
 lassen!
-Ich LIEBE Befehle!
-Weißt du, halb so wild wenn man oben ist. Du wirst doch wohl noch gerettet?
-Dazu ist es jetzt wohl zu spät, nicht war?
-Oh, neinnein. Wir verbringen ein paar Tage hier oben. 'ne Menge Zeit. 'n
 Haufen Leute werden gerettet weißt du?
-Hä?
-Oh ja. Mein Bruder rettet mich für gewöhnlich. Falls ihn seine Frau mal für 20
 Minuten weglässt tä!
-So?
-'n völlig hemmungsloser Kerl. Rauf und runter, wie das assyrische Imperium.
 Häähähää! Hallo. Ist deine Familie da im Anmarsch?
-Rech!
-Hallo, Geschwister Brian!
-Gottseidank dass ihr gekommen seid, Rech.
-+hh, nun ja, ich glaub ich sollte dich erstmal fairerweise darauf hinweisen,
  dass wir nicht das Rettungskomitee sind. Wie auch immer. Man hat mich
  gebeten namens der Bewegung volgende vorbereitete Erklärung zu verlesen:
Wir die Volksfront von Judäa (offizielle) wollen hiermit Dir, Brian, unsere
Aufrichtigen brüderlichen und schwesterlichen Grüße übermitteln, anlässlig
Deines hier stattfindenden Martyriums. Dein Tod wir dastehen als ein Markstein
in unserem fortgesetzten Ringen, das Vaterland zu befreien, aus  den mörderischen
Krallen der Römisch-Imperialistischen Aggressoren, ausschließlich jener,
die Befasst sind mit Entwässerung, Medizin, Straßenbau, Wohnungsbau, Weinanbau
und  sonstigen römischen Beiträgen zum Wohlergehen der Freiheitsgläubigen und
zwar beiderlei Geschlechts und Hermaphroditen.
   gez. im Namen der VVJ
-(nach "Martyriums") Was?
-Etcetera. Und ich möchte noch ein persönliches Wort hinzufügen betreffs
 meiner Bewunderung für das, was du für uns tust, Brian. Ich meine davon aus-
 gehend, dass es immerhin eine recht schwere Zeit für dich sein muss.
-Rech! Was soll das?, Holt mich runter!
-Leb wohl Brian und danke!
-Also Tschüß, Brian und weiter so, Junge.
-Tolle Arbeit, Brian.
---(Murmel)
-Bin dafür...
-Gut. Uuund... For he's a jolly good fellow
               For he's a jolly good fellow
               For he's a jolly good fellow
               And so say all of us!
-And so say all of u... äh
---Klatsch
-Ihr Mistkerle!
-Wo ist Brian von Nazareth?
-Ihr Scheinheilige Bande!
-Ich habe Befehl in frei zu lassen!
-Ihr dummen Schweinekerle!
--h, Ich bin Brian von Nazareth!
-Was?
-Joa, äh, Ich bin Brian von Nazareth.
-Nehmt ihn ab!
-ICH bin Brian von Nazareth!
---Und ich bin Brian! Ich bin Brian! Nein, ich bin Brian! Ich bin Brian! Ich
   bin Brian und meine Frau ist auch Brian! Ich bin Brian! Ich bin Brian!
-Gut. Nehmt ihn ab und laßt ihn frei!
-Neinnein. Das war nur 'n Witz! Ich bin nicht wirklich Brian! Ich bin nicht
 Brian! He,laßt mich doch. Nein! Ich nehm euch nur auf'n Arm, Jungs! Das ist
 'n Witz. Ich bin nicht Brian! Ich hab nur 'n Jux gemacht. Kommt. Bringt mich
 wieder rauf. Ach, diese blöden Römer können keinen Scherz verstehen.
-Hhh! Die Judäische Volksfront!
-Die Judäische Volksfront!
---Joaaa!
-Die Judäische Volksfront!
---Gröhl durcheinander
-Wir sind die Judäische Volksfront! Fliegendes Suizid Kommando! Einsatz-
 kommando! Achtung!                     Jetzt haben wir's ihnen gezeigt!
-Ihr idiotischen Saukerle!
-Brian! Brian! Brian! Brian!
-Judith!
-Wundervoll! Großartig! Rech hat mir alles erklärt und ich finde es toll, was
 du tust! Danke sehr, Brian! Ich, ich werde dich niemals vergessen.
-So! Da steckst Du also! Na, das hätte ich mir ja denken können, dass es mal so
 endet. Wenn ich an all' die Liebe und Zuneigung denke, die ich verschwendet
 habe. Nun, wenn es DAS ist, wie du deine arme alte Mutter behandelst, im
 Herbst ihres Lebens, nun dann kann ich nur sagen: nur zu. Laß dich kreuzigen.
 Wirst schon sehen ob es mir was ausmacht!
-Mama!
-Kopfhoch, Brian! Du weißt doch wie es heißt. Ja. Es gibt Dinge im Leben, die
 sind nunmal nicht schön. Und das kann einen wirklich manchmal verrückt machen.
 Und dann passieren wieder Dinge, da schwörst und fluchst du nur. Und wenn du
 nun am Knorpel des Lebens rumkaust, sei nicht sauer deswegen. Nein. Pfeiff
 dir doch eins. Denn pfeiffen hilft dir, die Dinge auf einmal ganz anders zu
 sehen. Verstehst du? Uuund...
Always look on the bright side of life!
Always look on the light  side of life!
If life seems jolly rotten, there's something you forgotten
And that's to dance 'n smile 'n dance 'n sing!
When you failin' in a dumps, damn this silly champs
Just purse your lips and whistle, that's the thing!
And Always look on the bright side of life
Always look on the right side of life
For life is quite absurd
And that's the final word
You must always face the curtain with a bear
Forget by your sin
Give the audiance a grin
Enjoy. It's a life chance in the air!
So always look on the bright side of death
Just before you draw your terminal breath
Life's a piece of shit
When you look at it
Life's a love, a desert, junk, it's true.
You see it's all a show
Keep 'em laugh and as you go
Just remember that the last laugh is on you
And always look on the bright side of life
Always look on the bright side of life
Always look on the bright side of life (Come on, Brian! Cheer up!)
Always look on the bright side of life
Das macht doch alles wesentlich einfacher, findest du nicht?
Ich meine, was hast du schon zu verlieren? Du weißt, du kommst aus dem Nichts
und du gehst wieder ins Nichts zurück. Was hast du also verloren? NICHTS!
Wir sind aus dem Nichts gekommen und nichts ist nichts. Du weißt ja bescheid.
Kopf hoch, alles halb so wild. Komm. Wir wollen jetzt abhauen! Tja. Das wär's.
Siehst Du? Ende der Fahnenstange. Ach übrigens. Diese Platte gibt's zu kaufen.
Sonja hat das Titellied gesungen, weißt du? Werdet ihr eigentlich für den
Quatsch hier bezahlt? Damit macht ihr doch keine müde Mark! Also ich habe zu
denen gesagt, ich habe gesagt: "Monty," habe ich gesagt, "mit dem Ding macht
ihr nicht eine müde Mark!

Warum die Kirche lügen muss


Ein Vortrag von Prof. Gerd Lüdemann (Neutestamentler an der Universität Göttingen, einer der wenigen ehrlichen Theologen)


Einleitend sei betont, dass der folgende Vortrag sich nicht mit Einzelpersonen der Gegenwart befasst, sondern mit der Institution Kirche bzw. den kirchenleitenden Organen. Trotz der Schärfe der im Vortragsthema gemachten Aussage verletze ich an keiner Stelle die Ehre der Kirchenfunktionäre und schon gar nicht die der Geistlichen, die zum großen Teil Gefangene eines Systems sind.
Mit dem Wort "Lüge" verbinde ich die Bedeutung, dass Menschen Wahrheit unterdrücken und/oder Falschaussagen machen. In beiden Fällen geht es also um bewusste Vorgänge, die freilich oft ins Unbewusste verschoben, d.h. verdrängt werden. Nietzsches Beschreibung des Vorgangs bei einer Fälschung dürfte auf den hier vorliegenden Sachverhalt zutreffen: "Das habe ich getan, sagt mein Gedächtnis; das kann ich nicht getan haben, sagt mein Stolz. Endlich gibt das Gedächtnis nach."
Mit anderen Worten: Was im folgenden kritisch zur Praxis der Lüge in der Kirche ausgeführt wird, mag auf ihre Vertreter auf den ersten Blick ärgerlich, unwahr und vor allem verletzend wirken. Doch gebe ich zu bedenken, dass eine lange bestehende Praxis gelegentlich Züge eines Verdrängungsprozesses aufweist, wie ihn Nietzsche beschrieben hat. Im übrigen möchte ich nach dem vorgelegten Material beurteilt werden. Daher genug der Vorrede!
In einem ersten Abschnitt behandle ich den Umgang der Kirche mit der heiligen Schrift, in einem zweiten, wie Theologie sich als kirchliche Wissenschaft versteht und in einem dritten, wie sich die Kirche in der Öffentlichkeit darstellt, Am Schluss ziehe ich Bilanz.

I. Über den Umgang der Kirche mit der Heiligen Schrift
Für die christlichen Kirchen der Gegenwart und Vergangenheit gilt die Bibel als heilige Schrift. Der überwiegende Teil der Christenheit auf Erden - und das sind immerhin zwei Milliarden Menschen - liest die Bibel im wörtlichen Sinne als vom heiligen Geist eingegebenes Wort Gottes, so wie es bis zur Aufklärung allgemein üblich war. Dies geschieht, obwohl das dabei vorausgesetzte Schriftprinzip überholt und unhaltbar geworden ist. Denn die Bibel wurde nicht vom Heiligen Geist eingegeben. Sie ist Menschenwort. Dieses sichere Ergebnis hat bisher wenig gegen alle Spielarten von erbaulicher Lektüre der Bibel auszurichten vermocht. Vielmehr herrscht in der gesamten Christenheit weiterhin fast ungebrochen die Meinung vor: Bei der Lektüre der heiligen Schrift redet mich Gott an. Warum sonst liest. der Christ die Bibel? Und warum sonst heißt sie heilige Schrift?
Nun hat die seit 250 Jahren betriebene historische Kritik jeden einzelnen Vers der Bibel als Menschenwort zu verstehen gelehrt, so dass vom heiligen Status der Bibel wenig übrig geblieben ist. Wie hat man in der Kirche darauf reagiert?
Als Beispiel wähle ich das Vorwort zur revidierten Lutherbibel aus dem Jahre 1984, das in hoher Auflage kursiert. Hier heißt es:
"Die Bibel will allen Menschen die gute Nachricht von Gottes Barmherzigkeit ausrichten. Die ältesten Zeugnisse des Alten Testaments reichen in die Zeit zurück, als Israel aus der Wüste in das verheißene Land zog. Von der Geschichte dieses Volkes wird erzählt, die Botschaft seiner Propheten wird verkündigt, das Gotteslob der Psalmen wird gesungen."
Die Schriften des Neuen Testaments sind zum großen Teil in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. aufgezeichnet worden, zuerst die Briefe des Apostels Paulus, dann die Berichte von Jesu Wirksamkeit, seinem Leiden, Sterben, Auferstehen; dazu kamen schließlich einige Briefe, die zu Anfang des zweiten Jahrhunderts aufgezeichnet wurden.
Jede biblische Schrift spricht in eine bestimmte geschichtliche Lage hinein. Sie redet Menschen an, die Sorgen und Freuden, Leid und Glück kennen, und sagt ihnen, dass Gottes Wort sie trösten und aufrichten, ihr Leben bestimmen und leiten will. Die biblischen Zeugen geben weiter, was sie erfahren haben: "Gottes 'Wort ist wahr, darauf kann man sich verlassen. Was gestern galt, gilt auch heute, morgen und allezeit."
Dieses Vorwort vereinigt in sich Ergebnisse der Bibelwissenschaft und theologische Spitzenformulierungen. Dies entspricht der Praxis in der anschließend gebotenen Übersetzung, Kernsätze der Bibel werden hier nämlich in halbfetter Schrift gedruckt und die Übersetzungen berücksichtigen den textkritischen Befund. So wird beispielsweise die berühmte Perikope von der Ehebrecherin ("Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein") als spätere Zutat bezeichnet und ebenso erfährt der Bibelleser, dass die Erzählung von der Auferstehung Jesu dem Markusevangelium erst im zweiten Jahrhundert nachträglich hinzugefügt wurde.
Die Lutherbibel in der revidierten Fassung von 1984 samt Vorrede ist somit ein Beispiel für die heutige Stellung und für den Gebrauch der Bibel im Lager der evangelischen Kirche, das von der Bibelkritik geprägt ist.
Allerdings ist sofort darauf hinzuweisen, dass die Ergebnisse der historischen Kritik nicht konsequent in die Lutherbibel Eingang fanden. Im folgenden greife ich nur zwei Punkte heraus, die fast beliebig vermehrt werden könnten:
Erstens: In der Übersetzung des Alten Testaments sind unter anderem diejenigen Stellen fettgedruckt, die die Christenheit seit 2000 Jahren als Voraussagen auf Jesu Kommen angesehen hat und die alljährlich in Weihnachts- oder Karfreitagsgottesdiensten vorgelesen werden, Ich zitiere hier nur zwei:
Jes 7.14 dient als Prophezeiung der jungfräulichen Geburt Jesu:
"Siehe. eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel."
Jes 53,4-5 wird verstanden als Voraussage des Leidens Jesu:
"Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre, Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünden willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt."
Nun hat aber die Bibelkritik ein für allemal gezeigt, dass diejenigen Stellen des Alten Testaments, die von der christlichen Kirche als Voraussagen auf das Kommen Jesu angeführt werden, nichts mit diesem zu tun haben, sondern Personen der, damaligen Zeit im Blick haben. So bezieht sich in den angeführten Stellen der leidende Gottesknecht auf das Volk Israel und der Sohn auf ein Kind des Propheten Jesaja. Aber auch wenn die soeben genannten Bezugspersonen unzutreffend sein sollten, so ist dennoch die Deutung auf Jesus in jedem Fall ausgeschlossen, denn dieser lebte erst viele Jahrhunderte später. Ist es dann aber nicht erbärmlich, wie allweihnachtlich bzw. jedes Jahr in der Karwoche jenes Possenspiel mit dem Alten Testament vor den nichtsahnenden Zuhörern aufgeführt wird, die nur einmal pro Jahr in die Kirche gehen? Verdienen sie nicht Aufklärung darüber, dass die frühen Christen die genannten Bibelverse gegen die nicht-christusgläubigen Juden verfälscht haben? (Abgesehen davon steht im hebräischen Urtext von Jes 7,14 nicht "Jungfrau", sondern "junge Frau".)
Zweitens: Das Alte Testament sowie das Neue Testament bzw. ihre Bestandteile werden in der Vorrede zur revidierten Lutherbibel ausdrücklich als Wort Gottes betrachtet, und beide gelten als Heilige Schrift. Nun wird im protestantischen Lager die Bibel nicht mehr im wörtlichen Sinn als Wort Gottes verstanden. Vielmehr enthalte sie Gotteswort als Menschenwort. Dabei zieht man Formulierungen vor wie: Die Bibel sei Gottes Wort in, mit und unter Menschenwort oder ähnlich. Doch was meint man damit konkret? Spricht Gott etwa als Person? Nun behaupteten die alttestamentlichen Propheten, zwar, dass Gott sie beauftragt habe, das Wort Gottes an bestimmte Personen auszurichten, und ähnliches gilt für den Apostel Paulus, der beanspruchte, an Gottes bzw. Christi statt seinen Gemeinden bestimmte Dinge zu sagen. Doch ist gleich hinzuzufügen: Die Propheten, Paulus und alle anderen Zeugen dachten nur, dass es so sei. Von dort bis hin zur Behauptung, Gott habe hier - wie auch immer: in, mit, unter Menschenwort oder noch ganz anders - gesprochen, ist ein sehr weiter Weg, der den Menschen im 21. Jahrhundert kaum zu vermitteln ist.
Vielmehr gilt: Wir haben es in der Bibel und in allen heiligen Büchern immer nur mit Gottesbildern von Menschen zu tun. die nicht mit dem Anspruch zu vereinbaren sind, hier und dort habe Gott - wie auch immer - gesprochen. Wer sagt, die Bibel enthalte Gotteswort als Menschenwort, bedient sich daher einer unklaren Ausdrucksweise. Die Wendung "Gotteswort als Menschenwort'' suggeriert nämlich eine Entsprechung, die gar nicht besteht. Gemeint ist Immer, Menschen haben etwas geschrieben und geglaubt, dass es sich um Gottes Botschaft handelt.
Das Gleiche ist zur Wendung "Kreuz und Auferstehung" zu sagen. Auch hier liegt keine Entsprechung vor, als ob die Auferstehung Jesu ebenso wie das Kreuz eine historische Tatsache sei. Gemeint ist vielmehr: Der Christ versteht die Auferstehung als Interpretation des Kreuzes. Anders gesagt: Der Satz, "Jesus ist auferstanden" ist eine Interpretation des Kreuzestodes Jesu. Dann aber kann man Kreuz und Auferstehung nicht parallel verwenden, so wie es zuletzt der EKD-Ratsvorsitzende tat, als er zur Verteidigung der Rechtgläubigkeit von, Jürgen Fliege sagte: Dieser bekenne sich zu Kreuz und Auferstehung. Der unvoreingenommene Hörer sieht sich schlichtweg getäuscht, wenn er über den wahren Sachverhalt aufgeklärt wird.
Die Kirche aber hat ein vitales Interesse an der Nicht-Aufklärung. Denn der auferstandene Gottessohn ist die Leiche in ihrem Keller. Würde bekannt, dass Jesus nicht wirklich auferstanden ist, sondern nur in der Phantasie der Jünger, wäre das Ende der Kirche gekommen. Die Kirche muss lügen, um ihre Machtstellung im Staate nicht zu verlieren. Noch einmal: Würde wirklich bekannt, dass der Herr der Kirche ein Phantasieprodukt der ersten Jünger ist, ade Kirche!
Aber es kommt noch toller. Alle, die als Pfarrer oder Pfarrerinnen in den Dienst der Kirche treten wollen, haben bei der Ordination ein Gelöbnis abzulegen. Es lautet in der Kurzform: "Ich gelobe, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen, wie es in der Schrift gegeben und im Bekenntnis unserer Kirche bezeugt ist." Zum Bekenntnis der Kirche zählen die Bekenntnisschriften des 16. Jahrhunderts, angefangen vom Apostolischen Glaubensbekenntnis, das im 2. Jahrhundert formuliert wurde, bis hin zur Konkordienformel aus dem Jahre 1577: zur Schrift zählen das Alte und das Neue Testament.
Als ich im September 1995 in einem Interview es als scheinheilig bezeichnete, daß die Pfarrer auf etwas ordiniert werden, was sie infolge ihres wissenschaftlichen Studiums nicht mehr glauben können, legte man diese Behauptung als Diffamierung des ordinierenden Handelns der Kirche und auch der Pfarrerschaft aus und lud mich ab sofort nicht mehr zur Ersten Theologischen Prüfung ein. Dabei hatte ich nur auf die sicheren Ergebnisse historischer Forschung verwiesen. Neben der bereits oben angeführter, Tatsache, dass die messianischen Weissagungen des Alten Testaments nichts mit Jesus zu tun haben, ging es im wesentlichen um folgende zehn Erkenntnisse (nähere Begründung u.a in dem Buch "Jesus nach 2000 Jahren: Was er wirklich sagte und tat" Verlag zu Klampen 3-924245-88-6 Autor Prof. Gerd Lüdemann):
  • Jesus wurde nicht von einer Jungfrau geboren.
  • Jesus wollte nicht für die Sünden der Welt sterben.
  • Jesus war nicht sündlos, sondern hat auch nach eigenem Verständnis Sünde getan. Sonst hätte er sich nicht von Johannes dem Täufer zur Vergebung der Sünden taufen lassen.
  • Jesus hat das in Kürze anbrechende Reich Gottes erwartet, gekommen ist die, Kirche.
  • Die meisten Jesusworte sind Jesus erst nachträglich in den Mund gelegt worden, um Gegner in den eigenen Reihen und ungläubige Juden zu bekämpfen.
  • Der Antisemitismus hat Wurzeln im Neuen Testament.
  • Im Neuen Testament wird den ungläubigen Juden ganz zu Unrecht die Schuld am Tode Jesu Schuhe geschoben.
  • Jesus hat keins der Worte am Kreuz gesprochen.
  • Die Auferstehung Jesu beruht auf einer subjektiven Vision und nicht auf der Auferweckung bzw. der Verwandlung eines Leichnams zu einer neuen Körperlichkeit.
  • Paulus hat Jesus persönlich gar nicht gekannt.
All diese Thesen stehen in direktem Gegensatz zu der Schrift und den Bekenntnissen der Kirche. Da angehende Pfarrer und Pfarrerinnen mit ihnen während des Studiums vertraut gemacht werden, fällt es ihnen schwer, sich wider besseres Wissen auf Schrift und Bekenntnis ordinieren zu lassen. Aber was bleibt ihnen übrig, wenn sie Anstellung und Brot nach so langer Vorbereitungszeit erlangen wollen? Außerdem macht es ihnen die Kirchenleitung leicht. Sie fragt nie wieder nach der Rechtgläubigkeit ihrer Diener, wenn sie nicht selbst in die Öffentlichkeit posaunen, dass sie nicht glauben, was im Bekenntnis der Kirche steht.
Ein Fall, wo das doch geschah, ist der des Hamburger Pastors Dr. Paul Schulz. Nach längeren Verhandlungen vor dem Gericht der EKD, bei dem er unbeeindruckt auf seiner Kritik an Bibel und Bekenntnis beharrte, forderte er das Spruchkollegium auf, die verbindliche kirchliche Lehre zu einer Reihe zentraler Themenkreise darzulegen: Gebet, Jungfrauengeburt, Auferstehung, Bibel, 10 Gebote, Endgericht, Weltentstehung, Leben nach dem Tode, Erbsünde. Erst wenn festgestellt werde - so Schulz was verbindliche kirchliche Lehrmeinung sei, könne festgestellt werden, wo er, sich von ihr entferne. Das wurde abgelehnt und er wurde wegen des Widerspruchs seiner Lehre zum Ordinationsgelöbnis entlassen.
Der Vorsitzende des Spruchkollegiums bemerkte dazu "Evangelisches Verständnis rechter Verkündigung kann und darf nicht an einer juristischen Orientierung von Satzwahrheiten gemessen werden." Immerhin ist festzuhalten, dass Pastor Schutz gerade aus juristischen Gründen, und zwar wegen des Widerspruchs seiner Lehre zum offenbar wörtlich verstandenen Bekenntnis der Kirche, den Dienst quittieren musste.
Einen weiteren Punkt, den ich hier ansprechen will, ist eine Umfrage auch unter Pfarrern nach dem, was sie glauben. Sie wurde von dem praktischen Theologen Klaus-Peter Jörns durchgeführt (publiziert 1996) und hatte folgendes Ergebnis:
  • Nur noch, zwei Drittel der Gemeindepfarrer erkennt Jesus Christus das Gottesprädikat zu.
  • Nur ein Drittel hält die Heilige Schrift noch für heilig
  • 43 Prozent glauben noch an die Allmacht Gottes,
  • An die zentrale biblisch-theologische Aussage der Erbsünde glauben nur noch 13 Prozent der befragten Pfarrer.
  • Mit einem Jüngsten Gericht rechnet nur noch ein Drittel dieser Pastoren.
Ich halte diese Entwicklung, dass Pfarrer sich vom Bekenntnis der Kirche innerlich abwenden, nur für natürlich. Nicht begrüßenswert ist aber, dass dieselben Pfarrer der verlängerte Arm der widerlegten Glaubensideologie der Kirche bleiben.
Und nicht nur dies: Auch alle, die Religion an Schulen lehren, können das nur, wenn sie einer Kirche angehören und von der Kirche die Vocatio (Berufung) dazu haben. Das steht so in Art. 7 unseres Grundgesetzes, der einen konfessionellen Religionsunterricht vorsieht, und zwar nach den Grundsätzen der jeweiligen Religionsgemeinschaften.
Auch in diesen Fällen ist der Befund ausgesprochen doppeldeutig. Natürlich unterrichten die meisten Gymnasiallehrer nicht nach den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften. Ich habe noch nie von einem Kurs über die Bekenntnisschriften der evangelisch-Iutherischen Kirche gehört, der an deutschen Gymnasien erteilt wurde. Innerhalb des Zirkels der religionspädagogischen Institute herrscht zudem eine Liberalität und Offenheit. die bis zur scharfen Kirchenkritik reicht. Ihre Vertreter haben sich schon längst von der dogmatischen Welt des kirchlichen Bekenntnisses entfernt und sprechen daher durchweg von Symbolen der Bibel oder von Symboldidaktik. Es liegt auf der Hand, dass die so verwendeten Symbole der Bibel wenig mit dem Bekenntnis zu Jesus dem Weltenherrn oder mit seiner Wiederkunft zum Gericht zu tun haben. Trotzdem: Kommt es dann aber zum Schwur wie in meinem Fall, dann erschallt von der Seite der Religionspädagogen nur wenig oder kein Protest zu meinen Gunsten. Man schlägt sich einfach auf die Seite der Kirche, ohne dagegen zu protestieren, dass meine Kurse über das Neue Testamen für die Zwischen- und Examensprüfung auch künftiger Gymnasiallehrer nicht mehr zählen, d.h. von der staatlichen Prüfungsbehörde nicht anerkannt werden,
Das Fazit kann an diesem Punkt nur lauten: Wir blicken der Unwahrhaftigkeit direkt ins Gesicht. Denn konfessioneller Religionsunterricht und konfessionelle Verkündigung folgen einer doppelten Wahrheit: erstens der Wahrheit des kirchlichen Bekenntnisses, das spätestens im Konfliktfall gilt, zweitens der wissenschaftlichen Wahrheit, die dort, wo kein Konfliktfall vorliegt, vermittelt wird. Beide aber sind, wie oben gezeigt wurde, schwerlich miteinander zu versöhnen. Ich kann nicht mit dem Herzen glauben, wozu der Verstand nein sagt. Aber auch die weitere Spielart der Vermittlung, im Herzen ein Christ zu sein und mit dem Verstand ein Atheist, muss ausscheiden, denn das macht auf Dauer krank. Es gibt wohl nur ein Entweder-Oder zwischen christlicher Dogmatik und Wissen.
Eine schreckliche Vermutung zum Schluss: Den kirchlichen Funktionären, die zum großen Teil selbst Theologie studiert haben, ist das alles nicht unbekannt. Trotzdem verteidigen sie den gegenwärtigen Status quo fast um jeden Preis, eben um den Preis der Unwahrhaftigkeit und der Lüge, um die eigene Macht zu erhalten, Das auszusprechen, fällt mir schwer. Aber Gefühle haben mit der harten Welt der Tatsachen nichts zu tun. Es ist wohl leider so, wie ich es Ihnen gesagt habe.

II. Über Theologie als kirchliche Wissenschaft
Dabei hat besonders die evangelische Theologie eine imponierende Leistung vorzuweisen und ist ein wichtiger Bestandteil deutscher Geistesgeschichte gewesen. Zu Anfang dieses Jahrhunderts fasste Albert Schweitzer ihre Bedeutung so zusammen:
"Wenn einst unsre Kultur als etwas Abgeschlossenes vor der Zukunft liegt, steht die deutsche Theologie als ein größtes und einzigartiges Ereignis in dem Geistesleben unsrer Zeit da."
Schweitzer bezog sich mit dieser Bemerkung einmal auf die unbestechliche, in der Wahrhaftigkeit gegründete Erforschung der Quellen christlichen Glaubens, wie sie im Alten und Neuen Testament vorliegen. Sodann hatte er die von jeder neuen Generation unternommenen Versuche im Blick, die Botschaft der Bibel mit der jeweiligen Welt des Betrachters in eine ehrliche Beziehung zu setzen.
Man mag hinzufügen: Die so auf deutschen Lehrstühlen betriebene wissenschaftliche Theologie hat überall in der Universitätswelt, wo es theologische Fakultäten gab, Maßstäbe gesetzt, und zumindest bis Mitte dieses Jahrhunderts war Deutsch die Wissenschaftssprache internationaler Theologie. Worin ist die Kraft einer so betriebenen Theologie begründet? Wie geht sie vor?
Ihr Ansatz besteht erstens darin. die eigene Religion radikal historisch zu erforschen. Das führt in den meisten Fällen zu Ergebnissen, die diametral im Gegensatz zu Aussagen der Bibel stehen. Wie oben bereits begründet wurde, ist Jesus nicht der Sohn einer Jungfrau, er wollte nicht für die Sünden der Menschen sterben, und er ist mit Sicherheit nicht aus dem Grabe gestiegen, wie es die Evangelien voraussetzen - nämlich leibhaftig.
Zweitens übt die wissenschaftliche Theologie einen konsequenten Religionsvergleich und setzt das frühe Christentum zu anderen mit ihm gleichzeitigen Religionen in Beziehung, Das führt dann oft gegen den Anspruch der biblischen Verfasser zu einer Relativierung des christlichen Glaubens. So sind praktisch alle Lehren Jesu in der jüdischen Religion seiner Zeit nachzuweisen, angefangen vom Liebesgebot bis hin zu dien Gleichnissen; und auch was das Neue Testament "Glauben" nennt, hat zahlreiche Entsprechungen außerhalb der frühen Kirche.
Drittens und viertens fließen in die theologische Arbeitsweise soziologische und psychologische Fragestellungen ein. Diese führen zu einem besseren Verstehen frühchristlicher Gemeinden und der in ihnen handelnden Personen. Jedoch ergibt sich auch hier ein deutlicher Unterschied zu dem von der Bibel gezeichneten Bild, was sie in bezug auf die Gemeinde und in bezug auf Einzelpersonen "Erfüllt sein mit dem Heiligen Geist" nennt, war in Wirklichkeit eine Massenpsychose oder die Halluzination eines hocherregten Individuums. In jedem Fall handelte es sich um innerseelische Vorgänge und nicht um übernatürliche Eingaben, wie das kirchliche Dogma bis heute annimmt.
Theologische Wissenschaft bedeutet in den meisten Fällen eine Relativierung der Wahrheitsansprüche der christlichen Kirchen. Aber gleichzeitig besucht, in Deutschland bis heute, deren Nachwuchs zur wissenschaftlichen Vorbildung die staatlichen theologischen Fakultäten.
Der hier vorliegende Konflikt zieht sich wie ein roter Faden durch die Theologiegeschichte der beiden letzten Jahrhunderte hindurch. Er wird von der heute herrschenden Theologie überwiegend so gelöst, dass sie sich als kirchliche Wissenschaft versteht. Der Wert einer Theologie wird dann danach bemessen inwieweit sie der Kirche dient.
Ich möchte demgegenüber dafür plädieren, dass der Wert der Theologie als Wissenschaft davon abhängt, inwieweit sie der Wahrheit verpflichtet ist. Wissenschaft strebt Objektivität an und kann schon deswegen niemals vorweg den Wahrheitsanspruch der Kirchen voraussetzen. Theologie kann überhaupt keine kirchliche Wissenschaft sein. Entweder ist sie freie Wissenschaft oder sie ist gar keine. Die Wissenschaft vom christlichen Glauben ist so wenig christlich, wie die Wissenschaft vom Verbrechen verbrecherisch.
Nun kann und wird man natürlich im Namen einer kirchlich gesonnenen Theologie gegen das soeben dargestellte Programm einer wissenschaftlichen Theologie den Vorwurf erheben, es lege ein historisches, empirisches und auch wissenschaftlich gesehen verengtes Wirklichkeitsverständnis zugrunde. Ich zitiere einen ihrer Vertreter, den Systematiker Dalferth aus Zürich, der sich kritisch mit meiner Auffassung der Auferstehung auseinandergesetzt hat, Er schreibt: "Das Leben umfasst mehr, als die Wissenschaften auf ihre methodisch abstrahierende ... und präparierende Art und Weise erfassen. Und 'Gott' steht für mehr als das, was das Leben umfasst. Auf dieses Mehr zielt die Theologie". Für Dalferth ist "historisches Fragen (für sich) genommen noch nicht einmal eine Annäherung an das, um das es im Auferweckungsbekenntnis geht. Solches Fragen ist theologisch unzureichend, weil es gerade das methodische ausblendet, worum es in dem christlichen Bekenntnis zentral geht: "Die Auferweckung des Gekreuzigten." Um, ein evtl. Missverständnis auszuschliessen, läßt Dalferth ausdrücklich historische, psychologische, physikalische und wissenssoziologische Fragen zu, doch nur mit dem Ziel, "die Wahrnehmung der Wirksamkeit Gottes in den Erfahrungen der Zeit" zu präzisieren. Und weiter besteht er darauf, dass unter Absehung von Gott die dem christlichen Auferweckungsbekenntnis zugrundeliegenden Erfahrungen nicht zu erklären und zu verstehen seien.
Diese Ausführungen hinterlassen bei mir vorwiegend Ratlosigkeit. Ich brauche nicht darüber belehrt zu werden, dass das Leben mehr umfasse als die Wissenschaften erfassen. Diese Einsicht ist jedermann evident, der mit offenen Augen lebt. Die eigentliche Frage stellt sich aber, wieso und kraft welchen Erkenntnisprivilegs Dalferth und alle, die seiner Meinung sind, für ihre Disziplin den Rang einer Wissenschaft beanspruchen. Auf sie trifft eher der Ausdruck "Meinerei" zu, die unverzüglich von der Universität verschwinden wird, sobald die Macht der Kirche ihr nicht mehr die Stange halten kann. In ihr ist nämlich "Gott" eine unhinterfragbare Größe, die in den modernen wissenschaftlichen Disziplinen gar nicht mehr vorkommt, und dies mit Recht.
Theologie kann nur dann den Anspruch erheben, eine wissenschaftliche Disziplin zu sein, wenn sie sich dem Kanon und den Regeln der modernen europäischen Universität einordnet und von Erkenntnisprivilegien jeglicher Art - auch von dem Privileg der Erkenntnis Gottes - Abschied nimmt. Theologie ist insofern eine geschichtliche Disziplin, als sie das Christentum mit Hilfe der historischkritischen Methode untersucht. Für die historische Methode sind drei Voraussetzungen grundlegend: die Kausalität, die Berücksichtigung von Analogien und die Erkenntnis von der Wechselbeziehung der historischen Phänomene zueinander, Ihre Arbeitsweise folgt dem methodischen Atheismus der Neuzeit (`als ob es Gott nicht gäbe"), der freilich von einem dogmatischen Atheismus zu unterscheiden ist. Befreit von den übernatürlichen Voraussetzungen und ausgerüstet mit einem Instrumentarium historischer Kritik hat die so verstandene Theologie als wissenschaftliche Disziplin geradezu eine kopernikanische Wende für alle Kirchen- und Religionsgemeinschaften zur Folge. Ihr Siegeszug durch die Universitäten in den letzten drei Jahrhunderten ist eindrücklich. Sie hat sich in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen behauptet und völlig neue Einsichten geliefert.
Die historische Methode ist Teil des emanzipatorischen Prozesses wissenschaftlicher Neugierde. Sie möchte Sinngebungen nachvollziehen, d. h. verstehen, muss sich aber, will sie denn Objektivität anstreben und die Welt entzaubern. gerade deshalb von allen ihr begegnenden fremden Ansprüchen emanzipieren:
Vom Anspruch des kanonischen Status bzw. der Heiligkeit bestimmter Schriften, vom Anspruch einer Offenbarung, da Offenbarung kein wissenschaftlicher Begriff ist, vom Anspruch, zwischen Rechtgläubigkeit und Ketzerei in einem Sinn zu unterscheiden, der über die Rekonstruktion und Wahrnehmung historischer Ansprüche hinausgeht, Denn hier stehen essentiell nicht entscheidbare dogmatisch-theologische Urteile einander gegenüber.
Die historische Methode verweigert eine Antwort auf die religiöse Wahrheitsfrage und kann nur verschiedene Wahrheitsansprüche miteinander vergleichen. Sie ist darin ideologiekritisch. Als geschichtswissenschaftliches und philologisches Instrument ist sie den Methoden der Geisteswissenschaften in all ihren Ausprägungen verpflichtet. Entscheidend bei der Übernahme neuer Methoden aus den Nachbardisziplinen Soziologie, Psychologie, Ethnologie u. a. ist deren Überprüfbarkeit und Effizienz in der Aufhellung geschichtlicher Phänomene. Ihre Voraussetzungen müssen revidierbar bleiben und können immer nur durch ihre erklärende und deutende Wirkung, aber nicht durch kirchlichen Machtwillen in Geltung gehalten werden.
Rede ich hier an Dalferth und seinen Vorgängern und Nachfolgern vorbei? Um sicherzustellen, dass dies nicht der Fall ist, sei betont: Wenn Dalferth den Wahrheitsanspruch der christlichen Rede von Gott als unabdingbare Voraussetzung theologischer Reflexion einführt, dann sollte er sich zunächst einmal dem Befund stellen, daß die Bibel - schon sichtbar an ihren verschiedenen Gottesbezeichnungen - eine Vielzahl unterschiedlichster- Gottesbilder enthält, Auf welchen Gott will man sich denn einigen, wenn es um Wahrheitsansprüche geht, die wissenschaftlich diskutierbar sein sollen? So haben Juden und Christen jedenfalls dasselbe heilige Buch, das Alte Testament bzw. die hebräische Bibel und damit denselben Gott. Wie aber verhält sich dieser zum Gott des Neuen Testaments, der dem christlichen Bekenntnis zufolge seinen Sohn in die Welt gesandt hat? Ist nicht schon die Existenz verschiedener Religionen Judentum einerseits, Christentum andererseits - mit derselben Bibel und demselben Gott ein starkes Argument gegen den Wahrheitsanspruch der christlichen Religion? Als weiterer Einwand kommt die Existenz des Islam hinzu, dessen Gottesgedanke einerseits auf der Bibel fußt und andererseits arabische Elemente enthält. (Der Allah des Koran ist schon sprachlich eine arabische Gottheit.)
Kirchliche Theologen mögen angesichts dieses Befundes mit einer höheren Einsicht oder Offenbarung argumentieren. Aber- dasselbe werden der jüdische oder der muslimische Theologe auch tun, und beide werden nachdrücklich die christliche Lehre von der Dreieinigkeit Gottes zurückweisen. Hier tut sich also ein neuer Bereich, der des Glaubens auf. Wenn es sich um echt-religiösen Glauben handelt, dürfte er rationaler Argumentation nicht zugänglich sein. Kein Glaube kann durch Argumente widerlegt werden. Hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auf die Erwartung des nicht eingetroffenen Weltenendes im frühen Christentum aber auch im 20, Jahrhundert. Als das Ende nicht kam, gaben die meisten Gläubigen ihren Glauben nicht auf. Ganz im Gegenteil. Man legte die Verzögerung des Endes als neue Offenbarung, als Ausdruck der Langmut Gottes, als allerletzte Frist oder wie auch immer aus. Man glaubte noch stärker, weil man glauben wollte, und schottete sich so von der, Realität ab.
Nun garantiert unser Grundgesetz die Glaubensfreiheit für alle, auch für die Religionsgemeinschaften. Eine andere Frage ist aber, ob sie - in diesem Fall die Kirchen - aus dem Grundgesetz das Recht auf einen eigenen Wissenschaftsbegriff herauslesen dürfen. Dies ist ja die Meinung der gegenwärtig maßgeblichen Kirchenrechtler. So schreibt Martin Heckel:
"Der moderne freiheitliche Kulturstaat fördert die verschiedenen Wissenschaften, Kunstrichtungen, sonstigen Kulturphänomene pluralistisch und frei jeweils in der Verschiedenheit und Vielfalt ihres geistigen - auch religiösen und weltanschaulichen - Profils. Er hat sich verfassungsrechtlich versagt, sie auf den nivellierenden Leisten eines autoritativen Wissenschafts- bzw. Kunstbegriffs zu schlagen, Die Garantie der Wissenschaftsfreiheit in Art. 5 III GG ist nach so gut wie unbestrittener Auffassung im Sinne pluralistischer Offenheit und Enthaltsamkeit des Staates von einer materialen Selektion und Präklusion des Wissenschaftsbegriffs der Verfassung zu verstehen. Sie schützt auch die Theologie als eigenen überkommenen Wissenschaftszweig von kaum bestreitbarem, in der Breite anerkanntem Rang in der deutschen Wissenschaftstradition. Als eigene Wissenschaft wurde die Theologie faktisch wie rechtlich von den Verfassungen vorgefunden und normativ weiter anerkannt und garantiert."
Das Motto der juristischen und heute geltenden Ausführungen Heckels ist: Weil es immer so war, muß es weiter so bleiben. Auf die Idee, dass die Existenz verschiedener theologischer Fakultäten ein gewichtiges Argument gegen die Theologie als wissenschaftliche Disziplin ist, scheint Heckel nicht zu kommen. Vielmehr entkräftet er dies mit dem Argument, dass der Staat in Sachen Wissenschaft pluralistisch denke.
Merkt er nicht, dass damit der Beliebigkeit innerhalb der Universität Tür und Tor geöffnet wird? Die Wissenschaften außerhalb der Theologie werden sich solche Beliebigkeiten verbieten, falls sie die Theologie überhaupt noch ernst nehmen.
Außerdem hat Heckel die neueste Epoche historisch-kritischer Wissenschaft ebenso wie seine juristischen Kollegen nicht wahrgenommen und versteht unter Theologie immer die dogmatische Theologie. Für ihn ist das Evangelium nicht nur unverkürzt in den Worten und Taten Jesu sowie seiner Auferstehung enthalten, es ist gleichzeitig, reformatorisch geurteilt, die "Wahrheit und das Erlösungshandeln Gottes, welches aus dem sola scriptura, sola gratia, sola fide erwächst und von Sünde, Irrtum und Zorn Gottes zum Glauben und Heil befreit."
Ich nenne es Unaufrichtigkeit, ja, Unterdrückung der historischen Wahrheit hinsichtlich der Ursprünge des Christentums, wenn im Streit um meinen Lehrstuhl an der theologischen Fakultät sich wissenschaftliche Theologen des Votums von Heckel bedienen, um meine Entfernung aus der theologischen Fakultät zu empfehlen. Es entspricht theologischem Analphabetentum, wenn die Richter des OVG Lüneburg mit folgenden Argumenten die Sanktionen gegen meine Person begründen: Lüdemann habe sich öffentlich vom Christentum losgesagt und erklärt, "er sei nicht mehr Christ, er glaube nicht mehr an Christus. Dieser sei nicht ohne Sünde gewesen und nicht Gottes Sohn. Er habe das Sakrament des Abendmahls nicht eingesetzt, sei nicht den Sühnetod gestorben, nicht auferstanden und werde nicht zum Jüngsten Gericht wiederkommen."
Diese von der Kirchenbehörde sachlich vorformulierten und vom OVG Lüneburg übernommenen Sätze stammen von staatlichen Juristen. Sie nehmen offenbar die überlieferten zentralen Glaubenssätze für bare Münze und wissen nicht bzw. haben niemals Unterricht darüber erhalten, dass die moderne Bibelwissenschaft alle angeführten Aussagen als unhistorisch erwiesen hat. Die Richter bedienen sich, um die oben angeführte Formulierung zu benutzen, einer juristischen Satzwahrheit, die im Verfahren gegen Paul Schulz von kirchlicher Seite noch als unprotestantisch bezeichnet worden war.
Nun - da man einen Abweichler loswerden will, ist offenbar jegliches juristisches Mittel recht. Die gegenwärtige Lage erinnert mich daran, dass kein evangelischer Theologieprofessor unter Hinweis auf das wissenschaftlich abgesicherte Wissen protestierte, als der Erzbischof von Paderborn, Degenhardt, Eugen Drewermann u. a. wegen dessen symbolischem Verständnis der Jungfrauengeburt die Lehrerlaubnis entzog.
Offenbar geht es in diesen Auseinandersetzungen gar nicht mehr um die Wissenschaftlichkeit der Theologie, sondern darum, ihren Platz innerhalb der Universität zu erhalten, zu der sie wegen ihrer kirchlichen Bindung eigentlich nicht mehr gehört. Denn wer behauptet, Wissenschaft zu betreiben, und bei seiner Arbeit die Wahrheit des kirchlichen Bekenntnisses nicht antasten darf und will, schlägt der Wissenschaft ins Gesicht. Wie er es auch immer drehen mag, er ist unter diesen Voraussetzungen ein Diener der Kirche und nicht der Wissenschaft.
Dieses harte Urteil ist umso bedauerlicher, als viele der konfessionellen Theologen philologisch und historisch Hervorragendes leisten und geleistet haben. Aus der Bindung an die Kirche kommen sie aber nicht heraus, da diese das Recht hat, ihre Lehre zu beanstanden. Unter diesem Vorzeichen kann eine wirklich freie Wissenschaft nicht entstehen oder gar gedeihen. Konfessionelle Theologie als Wissenschaft entspricht demnach der Quadratur des Kreises. Wer als konfessioneller Theologe trotzdem die Wissenschaftlichkeit für seine gesamte Arbeit in Anspruch nimmt, sagt nicht die Wahrheit. Er lügt.
Bei der Untersuchung der theologischen Fakultäten in Deutschland ergibt sich demnach ein ähnliches Ergebnis wie bei der Betrachtung der Kirche. Wir begegnen dem Spiel mit einer doppelten Wahrheit: der Wissenschaftlichkeit einerseits und der kirchlichen Bindung andererseits. Und das Eigentliche der konfessionellen Theologie wird neuerdings immer klarer in ihrer kirchlichen Funktion gesehen. Ich würde meinen: Wenn letzteres allgemein bekannt würde, wären die Stunden der Theologie an der deutschen Universität gezählt. Denn warum sollten dann die Kirchen für die Ausbildung ihres theologischen Nachwuchses nicht auch die Finanzen aufbringen?

III. Kirche in der Öffentlichkeit
Die Rolle der Kirche bei der Besetzung theologischer Fakultäten und überhaupt ihre enge Zusammenarbeit mit dem Staat wurde bereits mehrfach angesprochen. Jetzt ist noch abschließend darzustellen, wie sich Kirche darstellt und nach weichen Maßstäben man arbeitet. Zunächst: Beide großen Kirchen reden in der Öffentlichkeit möglichst gemeinsam, um ihren Einfluss aufrechtzuerhalten. Hingewiesen sei auf das Sozialwort aus dem Jahre 1997 und ihr Engagement gegen die Freigabe der Ladenschlusszeiten. Sodann beanspruchen die Kirchen, Hüterinnen des Wertesystems zu sein. Dieser Punkt wird in der Regel von der hohen Politik aufgegriffen. Bei einem Treffen der lutherischen Kirche Bayerns mit der bayerischen Landesregierung führte Ministerpräsident Stoiber dazu aus: Auch eine offene Gesellschaft brauche notwendig den Beitrag der christlichen Kirchen für ein humanes Zusammenleben. Stoiber:
"Die Kirchen können wie keine andere Institution den Menschen eine gemeinsame Wertorientierung vermitteln. Der Grundkonsens über gemeinsame Weite garantiert ein Zusammenleben in sozialem Frieden. Frieden und stabilisiert das geistige Klima in unserem Land. Übereinstimmung in zentralen Grundwerten schafft den besten Nährboden für ein sozial, kulturell und geistig lebendiges Gemeinwesen."
Mit Verlaub: Wie kann die lutherische Kirche wirklich einen Beitrag zu einem humanen Zusammenleben leisten, wenn die heilige Schrift und die lutherischen Bekenntnisschriften die humanen Werte der Toleranz und des gleichen Rechtes für alle gar nicht kennen? Wie können Lutheraner in einem demokratischen Gemeinwesen wirklich mitarbeiten, wenn der christliche Gott Gehorsam verlangt und wechselnde Mehrheiten nie akzeptieren wird?
Zusätzlich sei gefragt: Wie kann der neuerdings propagierte Dialog zwischen Protestantismus und Kultur gelingen, wenn die zutiefst ablehnende Haltung der frühen Christen zur weltlichen Bildung erkannt ist?
Mit anderen Worten: Der Beitrag der Kirche zur humanen Gesellschaft und zur Kultur, wird nur stattfinden, wenn die Kirche auf weite Teile der biblischen Inhalte verzichtet.
Das tun ihre Vertreter auch, aber wiederum nur auf doppelbödige Weise. Sie lassen oft stillschweigend die dunklen, grausamen, drohenden Seiten der frohen Botschaft aus. Die positiven Seiten werden dann beispielsweise so beschrieben, als ob die Bibel aus lauter Liebesgeschichten Gottes mit den Menschen bestände oder Kultur einen positiven Bezug in der heiligen Schrift hätte. Auch das ist angesichts des Inhalts der Bibel unwahrhaftig. Die Kirche muss die Wahrheit unterdrücken, um in der Gesellschaft hoffähig zu bleiben.
Wie das funktioniert, sei abschließend am Beispiel des Umgangs der Kirche mit den Juden gezeigt. Angesichts von antisemitischen Erscheinungen in unserer Gesellschaft hat die Kirche zum Kampf gegen rechts und zur Solidarität mit den jüdischen Gemeinden aufgerufen. Das ist gut so. Nicht so gut ist es aber, wenn nun schon seit längerem behauptet wird, dass das Neue Testament und besonders der Apostel Paulus niemals dem nicht-christusgläubigen Israel die Erwählung Gottes abgesprochen habe.
So stellte kürzlich die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen (1999) fest: "Juden und Christen bezeugen je für sich und füreinander die Treue Gottes, von der sie beide leben. Deshalb achten Christinnen und Christen jüdische Menschen als Schwestern und Brüder im Glauben an den Einen Gott. Der offene Dialog über Gottes Gnade und Wahrheit gehört zum Wesensmerkmal der Begegnung von Christen mit Juden. Diese Einsichten lassen nicht zu, dass Christen Juden auf den christlichen Glauben verpflichten wollen. Deshalb distanziert sich die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen von jeglicher Judenmission."
Damit verharmlost die Kirche die Rolle, die das Neue Testament in der Entstehung des Antisemitismus gespielt hat, und man fragt sich, warum die heilige Schrift fast 2000 Jahre lang im Sinne einer Alternative zwischen Kirche und ungläubigem Israel gelesen werden konnte. Wie gesagt, die Botschaft zur Versöhnung zwischen Juden und Christen ist gut. Sie kann aber nur vom Neuen Testament her gewonnen werden, weil die Kirche sich über ihre eigene Vergangenheit belügt.
Ich stehe am Ende meines Vortrags, der viel Negatives sagen musste. Das ist mir nicht leicht gefallen, da viele Menschen Opfer der Institution Kirche sind. Und es ist ein Alarmsignal für unsere Gesellschaft, wenn der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands nicht nur unglaubwürdig, sondern auch in sich zerbrochen. ist und eigentlich nur durch den Staat und durch die von ihm verliehenen Vorrechte am Leben erhalten wird.
Es gibt eine Menge gutwilliger Menschen in dieser Kirche, die Gutes tun und glauben wollen, viele Pfarrer und Pfarrerinnen, die keine andere Wahl haben, als weiter für die Kirche zu arbeiten. Meine Hoffnung ist, dass sie alle auch dann noch einen Weg nach vorn finden, wenn die Kirche und ihre äußere Macht wie ein Kartenhaus zusammenstürzt.
Irgendwann schlägt jedem das intellektuelle Gewissen. Dann wird es Zeit, entschlossen Nein zu sagen und einen Schritt nach vorne zu tun. auch wenn es weh tut.

Charles van den Eycken ve Kedi Resimleri

Huzurla yaşamak istiyorsak doğa ile barışık olmamız ve birlikte yaşadığımız tüm canlılara sonsuz saygı duymamız gerekiyor. Bütün hayvanlar y...